Beiträge von Schwester S.

    Ich habe keine App von Supermärkten, da sie mir zu viele Daten sammeln. Außerdem finde ich den Hype, um das Punktesammeln steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Es ist für einige wohl unverzichtbar, mit anderen zu konkurrieren. Am Ende ist es nur eine Auslagerungsmöglichkeit für den Handel, um zu erfahren, was wir genau kaufen. Dadurch spart sich der Händler die Arbeit es selbst zu machen, da der Käufer ja mit dieser Methode ihm die Daten frei Haus liefert. Für einen lächerlichen Preis, allerdings, da schon sehr gerne viele darauf hereinfallen, macht uns blind für solche Machenschaften. :bravo: :kopfkratz:

    Ja, da hast du Recht, dass die App-Nutzer in der Regel nicht immer bewusst darüber informiert werden, wie umfangreich die gesammelten Daten tatsächlich sind. Doch im Hintergrund werden diese Daten oft für Marketingzwecke genutzt. Und ich denke auch, dass diese App-Anbieter das klar kommunizieren, welche Daten sie genau erheben und wie sie genutzt werden.

    Was die "Auslagerung der Arbeit" angeht, hast du auch recht. Die Händler ersparen es sich dadurch, teure Marktforschung zu betreiben oder eigene Systeme zur Kundenanalyse zu entwickeln. Das erledigt alles die Karte bzw. die App.

    📝 Checkliste für die Haltung von Katharinasittichen

    Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, Katharinasittiche zu halten? Diese kompakte Übersicht hilft dir, schnell zu prüfen, ob du deinen Katharinasittichen alles bietest, was sie für ein gesundes und glückliches Leben brauchen.

    1. Grundausstattung

    • Geräumige, breite Voliere (mind. ca. 120 cm Breite)
    • Viele Naturäste in unterschiedlichen Stärken
    • Kletterelemente: Seile, Leitern, Korkstücke
    • Rückzugsorte: Korkröhren, Plattformen, dichte Äste
    • Sichere Sitzplätze außerhalb der Voliere für den Freiflug

    2. Tägliche Pflege & Beschäftigung

    • Täglicher Freiflug (mind. 1–2 Stunden)
    • Abwechslungsreiche Beschäftigung: Zweige, Schreddermaterial, frische Äste
    • Regelmäßige Reinigung von Näpfen, Stangen und Volierenboden
    • Frisches Trinkwasser täglich erneuern

    3. Ernährung

    • Hochwertige Körnermischung für südamerikanische Sittiche
    • Täglich frisches Gemüse (Paprika, Karotte, Blattgemüse)
    • Kräuter und Zweige zum Knabbern
    • Obst nur in kleinen Mengen
    • Keimfutter oder Pellets als Ergänzung

    4. Sozialverhalten & Wohlbefinden

    • Mindestens ein Partnervogel – niemals einzeln halten
    • Ruhige Umgebung ohne Dauerstress oder Lärm
    • Beobachtung des Verhaltens: Wirkt der Vogel aktiv, neugierig, sozial
    • Rückzugsmöglichkeiten für Ruhephasen

    5. Gesundheit

    • Regelmäßige Gewichtskontrolle
    • Beobachtung von Gefieder, Atmung, Kot und Aktivität
    • Keine Zugluft, keine starken Temperaturschwankungen
    • Vogelkundigen Tierarzt für Routinechecks kennen

    6. Sicherheit im Haushalt

    • Fenster und Türen während des Freiflugs sichern
    • Keine giftigen Pflanzen oder Dämpfe (z. B. Teflon)
    • Kabel, kleine Gegenstände und Gefahrenquellen entfernen
    • Keine Räucherstäbchen, Duftkerzen oder Sprayprodukte im Vogelzimmer


    Auf sittiche.de findest du noch einen Steckbrief über den Katharinasittich sowie einen etwas ausführlicheren Haltungsratgeber und zu welchen anderen Vögeln er vergesellschaftet werden kann.

    Hier ist ein Artikel, der dir hilft, die spannende Körpersprache deiner Wellensittiche zu entschlüsseln, besonders wenn es um Konflikte und Stress geht.

    Was dein Wellensittich dir sagen will: Körpersprache bei Aggression, Stress und Angst entschlüsselt

    Wellensittiche sind Meister der nonverbalen Kommunikation. Wenn sie zufrieden sind, zwitschern und plaudern sie fröhlich. Doch wenn sie wütend, gestresst oder ängstlich sind, sprechen sie eine ganz eigene, eindeutige Sprache mit ihrem Körper. Als verantwortungsvolle Halter ist es wichtig, diese Signale zu erkennen und schnell zu reagieren.

    Aggression: Die Kampfansage in Federn

    Aggressives Verhalten ist oft territorial bedingt oder ein Zeichen von Eifersucht. Bevor dein Wellensittich wirklich zubeißt, sendet er klare Warnsignale aus. Achte auf diese "Kampfansagen":

    Offensive Drohhaltung

    Dein Vogel versucht, größer und mächtiger zu wirken:

    • Gefieder eng anliegend: Die Federn werden fest an den Körper gepresst, um schlanker, aber gespannt zu wirken.
    • Aufrechte, starre Haltung: Der Körper ist steil aufgerichtet.
    • Flügel leicht angehoben: Oft leicht vom Körper abgespreizt, um die Körperbreite zu vergrößern.
    • Intensiver Blick: Die Augen fixieren den "Gegner".
    • Ein Bein aufgestellt: Manchmal wird ein Bein auf die Brust des Kontrahenten gestemmt.
    • Schwanzfächern: Das Schwanzgefieder wird fächerartig gespreizt, oft in Verbindung mit einem offenen Schnabel – dies ist eine deutliche Warnung: "Verschwinde!"

    Defensive Haltung und letzte Warnung

    Der Vogel ist bereit, sich zu verteidigen:

    • Gefieder eng anliegend, Kopf nach hinten gestreckt: Der Vogel macht sich bereit, zuzuschlagen oder abzuwehren.
    • Geöffneter Schnabel: Ein weit geöffneter Schnabel, oft zusammen mit weit aufgerissenen Augen, ist das unmissverständliche Zeichen dafür, dass dein Wellensittich gleich beißen wird.
    • Laute: Fauchen, Knurren oder lautes, "meckriges" Quietschen signalisieren Unzufriedenheit und die Aufforderung: "Komm mir nicht zu nahe!"

    Stress und Angst: Wenn die Welt zu groß wird

    Stress kann durch neue Gegenstände, plötzliche Geräusche oder einen unklaren Artgenossen ausgelöst werden. Angst hingegen ist eine akute Reaktion auf eine empfundene Gefahr.

    Anzeichen für Stress und Anspannung

    • Flügelzittern / Vibrieren: Oft bei sensiblen Vögeln zu beobachten. Es zeigt Aufregung oder Anspannung, die sowohl negativ als auch positiv (Vorfreude) sein kann.
    • Gefiederschütteln: Wenn es nicht zur Reinigung dient, wird es häufig nach einer Stresssituation angewendet, um Anspannung und Stress abzubauen.
    • Wut/Verstörung: Wenn nur die Federn am Hinterkopf gesträubt sind, sodass der Kopf fast quadratisch erscheint, ist dein Wellensittich wütend oder verstört.

    Körpersprache bei akuter Angst

    Dein Vogel versucht, sich unsichtbar zu machen:

    • Extrem schlank machen: Die Federn werden dicht an den Körper gepresst.
    • Geduckte Haltung: Oft geht der Vogel in die Hocke, wenn die Gefahr nah ist.
    • Starre, weit geöffnete Augen: Der Blick ist starr auf die vermeintliche Bedrohung gerichtet.
    • Fluchtversuch: Bei Angst versucht der Welli immer, wenn möglich, zu fliehen.
    • Panikflattern: Nächtliches, unkontrolliertes Flattern (Nightfright) deutet auf extreme Panik hin, oft ausgelöst durch einen Schreck.

    Hitzestress: Ein Fall für schnelle Hilfe

    Wellensittiche können nicht schwitzen und sind sehr hitzeempfindlich. Überhitzung (Hitzestau) ist ein gefährlicher Notfall.

    Eindeutige Zeichen der Überhitzung

    Wenn du diese Körpersprache siehst, braucht dein Vogel sofort Schatten und Kühlung:

    • Flügel seitlich abgestellt oder hängend: Der Vogel streckt die Flügel vom Körper weg, um Hitze abzugeben.
    • Schnelle Schnabelbewegungen (Japsen): Dein Wellensittich beginnt zu keuchen oder schnell zu atmen, oft mit geöffnetem Schnabel, um durch Verdunstung Kühlung zu erzeugen.

    Behalte diese Körpersignale gut im Auge! Wenn du lernst, sie frühzeitig zu erkennen, kannst du aggressive Verhaltensweisen entschärfen und Stresssituationen für deine Wellensittiche vermeiden oder schnell beheben.



    Welche Beobachtungen hast du gemacht? Wie verhalten sich deine Wellis, wenn sie aggressiv sind oder Angst haben? Schreibe es in die Kommentare!

    Spannende Informationen zum Farbschlag des Blackface-Wellensittichs:

    Wie entsteht ein Blackface?

    Ein Blackface ist das Ergebnis einer spontanen genetischen Mutation. Historisch trat sie erstmals 1992 in den Niederlanden bei zwei blauen Wellensittichen auf.

    • Biologisch: Normalerweise stoppt die Produktion des dunklen Farbstoffs (Melanin) im Gesicht des Wellensittichs, weshalb die "Maske" gelb oder weiß ist. Beim Blackface ist dieser Stopp-Mechanismus defekt. Die typische Wellenzeichnung zieht sich daher über das gesamte Gesicht bis zur Wachshaut.

    Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

    Damit ein Küken als Blackface schlüpft, müssen genetische Bedingungen erfüllt sein:

    • Rezessive Vererbung: Das Gen für "Blackface" ist rezessiv (schwach). Das bedeutet, das Küken muss das Gen von beiden Elternteilen erben, um äußerlich ein Blackface zu sein.
    • Trägertum: Hat der Vogel das Gen nur einmal (von einem Elternteil), sieht er ganz normal aus, trägt die Anlage aber unsichtbar in sich ("spalterbig").

    Ist es eine Qualzucht?

    Nein, der Farbschlag Blackface an sich gilt nicht als Qualzucht.

    • Gesundheit: Die Mutation verursacht nach aktuellem Wissen keine Schmerzen, körperlichen Einschränkungen oder lebenswichtigen Defekte (anders als z. B. bei extremen Hauben-Züchtungen).
    • Risiko Inzucht: Da der Farbschlag noch recht selten und begehrt ist, besteht – wie bei vielen neuen Rassen – die Gefahr, dass Züchter zu viel Inzucht betreiben, um die Farbe zu erhalten. Das kann die Vögel krankheitsanfällig machen. Das liegt aber an der Zuchtmethode, nicht an der Farbe selbst.

    Woran du einen "Blackwing" im Vergleich zum "Blackface" genau erkennst

    Du erkennst den Unterschied am besten, wenn du darauf achtest, wo die schwarze Farbe "zu viel" oder besonders intensiv ist: im Gesicht oder auf den Flügeln.

    Hier ist der direkte Vergleich:

    1. Blackface (Das "schwarze Gesicht")

    • Hauptmerkmal: Die typische Wellenzeichnung hört nicht am Hinterkopf auf, sondern zieht sich über das gesamte Gesicht bis runter zum Schnabel.
    • Die Maske: Normalerweise ist das Gesicht (die Maske) eines Wellensittichs rein gelb oder weiß. Beim Blackface ist es dunkel gestreift.
    • Körperfarbe: Die restliche Körperfarbe ist in der Regel normal kräftig.

    2. Blackwing (Der "schwarze Flügel")

    • Hauptmerkmal: Hier liegt der Fokus auf dem Kontrast. Die Flügelzeichnung ist extrem dunkel (tiefschwarz), während die Körperfarbe deutlich aufgehellt ist.
    • Das Gesicht: Das Gesicht sieht meist normal aus (saubere Maske ohne Wellen).
    • Effekt: Der Vogel wirkt oft fast weiß oder gelb (durch die Aufhellung), hat aber knallharte, schwarze Flügelmuster. Das Schwarz wirkt hier "schwärzer" als bei normalen Wellensittichen.

    Zusammengefasst

    • Blackface = Streifen im Gesicht, wo keine sein sollten.
    • Blackwing = Heller Körper, aber extrem dunkle Flügel.

    Es gibt auch die Kombination aus beidem (oft "Double Black" genannt), dann ist der Vogel insgesamt sehr dunkel.


    Sind diese Farbschläge schon Teil des offiziellen Standards für Wellensittichzuchtvarianten?

    Der aktuelle Stand für Blackface und Blackwing ist wie folgt:

    • International (WBO - World Budgerigar Organisation):
      • Nein, weder "Blackface" noch "Blackwing" sind derzeit (Stand 2024/2025) in den offiziellen "WBO Colour Standards" als eigenständige, voll anerkannte Farbschläge gelistet. Die offiziellen Standards konzentrieren sich weiterhin auf die etablierten Varianten (Normal, Opalin, Spangle, Inos etc.).
      • Es gibt jedoch Bestrebungen und Zuchtprogramme, diese Mutationen zu festigen. Sie werden auf Schauen oft in speziellen Klassen für "Neumutationen" oder "Noch nicht anerkannte Farben" ausgestellt, um sie den Richtern und der Öffentlichkeit zu präsentieren.
    • In Deutschland (z.B. DSV, AZ):
      • Auch hier sind sie noch keine offiziellen Standard-Farbschläge im Sinne einer eigenen Bewertungklasse mit festgelegten Punktzahlen im Hauptwettbewerb.
      • Vereine wie die DSV (Deutsche Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung) berichten aber aktiv über diese Mutationen, veröffentlichen erste Beschreibungen und Zuchtziele (wie in den Suchergebnissen zu sehen). Sie werden auf Ausstellungen gezeigt, aber eben noch nicht als "fertiger" Standard bewertet. Die Züchter arbeiten daran, die Merkmale zu vereinheitlichen (z.B. eine klare, durchgehende Gesichtszeichnung beim Blackface ohne Verlust der Körpergröße).

    Zusammenfassend: Sie sind auf dem Weg zur Anerkennung, aber noch nicht "offiziell" im Standard angekommen. Sie gelten momentan als Neumutationen, die von engagierten Züchtern weiterentwickelt und auf Ausstellungen präsentiert werden, um eine zukünftige Aufnahme in den Standard zu erreichen.

    Diskussion zum Artikel App, App, hurra – die neue Turnübung an der Supermarktkasse:

    Zitat
    Es ist ein Schauspiel unserer Zeit: Kaum hat der Mensch gelernt, bargeldlos zu zahlen, da zwingt ihn der Handel schon zur nächsten Disziplin – dem digitalen App-Ballett. Netto, Lidl, Rewe, dm – jedes Geschäft, das heute etwas auf sich hält, will nicht nur Waren verkaufen, sondern gleich zum Download der hauseigenen App bitten. Exklusive Coupons! Personalisierte Angebote! Und selbstverständlich das diskrete Sammeln jener Daten, die mehr über uns verraten als jedes Tagebuch in Schönschrift.

    Klingt

    Das klingt nach einer ziemlich spannenden Beobachtung!

    Besonders, wenn sie merken, dass du dich bewegst, reagieren sie sofort, weil sie sich wahrscheinlich sorgen, dass sie wieder in den Käfig müssen, was für sie mit einer Art „Zwang“ oder unangenehmer Begrenzung verbunden sein könnte. Das scheint schon so eine Art Reflex zu sein und schwierig, das zu ändern.


    Du könntest versuchen, ihre Zeit in der Voliere mit positiven Erlebnissen zu verknüpfen. Zum Beispiel könntest du Leckerchen oder ihr Lieblingsspielzeug NUR in der Voliere platzieren, um ihnen zu zeigen, dass der Käfig kein negativer Ort ist, sondern ein sicherer und angenehmer Rückzugsort. Wenn sie merken, dass sie dort auch etwas Tolles erleben können (zum Beispiel leckere Snacks oder neue Spielsachen), wird der Käfig weniger mit Zwang und mehr mit positiven Erlebnissen verbunden.

    Oder du versuchst es mit Belohnung, der erste, der freiwillig wieder in den Käfig hinein geht, bekommt eine Belohnung. Vielleicht folgen dann die anderen und merken sich das so, dass du das Sagen hast. Es wird wahrscheinlich eine zeitlang dauern.


    Meine haben das auch gemacht, aber meine waren auch zahm, ich habe sie dann auf die Hand genommen und vor die Käfigtür gehalten, dass sie nur noch rein konnten. Dann habe ich die Käfigtür geschlossen und die anderen Wellis wollten dann auch rein, weil derjenige, der drinnen war, sich ein Leckerli einverleibte. Futterneid, damit habe ich sie gekriegt und wirklich, ich musste manchmal zehnmal ansetzen, bevor einer drin war.

    Ich drücke dir mal die Daumen, dass es klappt.

    Die Amsel – ein vertrauter Gartenbewohner mit besonderem Gesang

    Kaum ein Vogel ist in unseren Gärten so präsent wie die Amsel (Turdus merula). Ihr melodischer Gesang gehört zu den schönsten Stimmen der heimischen Vogelwelt und begleitet uns oft schon in den frühen Morgenstunden. Mit ihrem auffälligen Erscheinungsbild und ihrer Anpassungsfähigkeit ist sie ein Paradebeispiel dafür, wie sich Wildtiere erfolgreich in die Nähe des Menschen integriert haben und man muss diese Vögel einfach lieben.

    📝 Checkliste – Überblick über die Inhalte

    • Systematik: Einordnung in die Vogelwelt
    • Kennzeichen: Größe, Gefieder, typische Merkmale
    • Geschlechtsunterschiede: Männchen vs. Weibchen
    • Verbreitung: Herkunft, Lebensräume, Anpassung
    • Verhalten: Gesang, Sozialverhalten, Eigenarten
    • Ernährung: Nahrung in der Natur
    • Brut: Nestbau, Gelege, Brutdauer
    • Kommentare: Besonderheiten und kulturelle Bedeutung

    Systematik

    • Familie: Drosseln (Turdidae)
    • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
    • Wissenschaftlicher Name: Turdus merula
    • Englischer Name: Common Blackbird

    Kennzeichen (Aussehen)

    • Größe: 23–29 cm, Gewicht 60–140 g
    • Körperbau: schlank, mittellanger Schwanz, kurze Flügel
    • Auffällig: leuchtend gelber bis orangefarbener Schnabel und Augenring beim Männchen

    Geschlechtsunterschiede

    • Männchen: tiefschwarzes Gefieder, gelber Schnabel, gelber Augenring
    • Weibchen: braungraues Gefieder, dunkler Schnabel, weniger auffälliger Augenring
    • Jungvögel: gescheckt braun, wirken unscheinbarer

    Verbreitung (Herkunft und Lebensraum)

    • Ursprünglich Waldbewohner, heute auch in Gärten, Parks und Städten
    • Vorkommen: Europa, Nordafrika, Teile Asiens; eingeführt in Australien und Neuseeland
    • Anpassungsfähig: Kulturfolger, einer der häufigsten Brutvögel in Deutschland

    Verhalten

    • Gesang: melodisch, variantenreich, oft als einer der schönsten Vogelgesänge bezeichnet
    • Aktivität: dämmerungsaktiv, besonders morgens und abends hörbar
    • Sozialverhalten: meist Einzelgänger, außerhalb der Brutzeit auch in lockeren Gruppen
    • Eigenarten: sehr standorttreu, bleibt oft ganzjährig im Revier

    Ernährung (in der Natur)

    • Allesfresser (omnivor)
    • Typische Nahrung:
      • Regenwürmer
      • Insekten und Spinnen
      • Schnecken
      • Beeren und Früchte

    Brut – in der Natur

    • Geschlechtsreife: ab dem 2. Lebensjahr
    • Paarungszeit: Januar–März
    • Nestbau: tief in Bäumen oder Sträuchern, mit Erde verstärkt
    • Gelege: 2–5 Eier
    • Brutdauer: 10–20 Tage
    • Jungvögel: werden ca. 2 Wochen im Nest gefüttert

    Kommentare – Besonderheiten

    • Die Amsel ist ein Kulturfolger und heute einer der häufigsten Gartenvögel Europas.
    • Ihr Gesang hat kulturelle Bedeutung und gilt als Symbol für Frühlingsbeginn.
    • In Deutschland war die Amsel zeitweise durch das Usutu-Virus bedroht, hat sich aber vielerorts erholt.


    • Fazit: Die Amsel ist nicht nur ein vertrauter Gartenbewohner, sondern auch ein faszinierender Singvogel mit spannenden biologischen Eigenheiten. Wer sie einmal bewusst beobachtet, entdeckt schnell, warum sie zu den beliebtesten Vögeln Europas zählt.


    Übersicht: Zimmerpflanzen für Sittiche & Papageien

    🌿 Geeignet / unbedenklich☠️ Ungeeignet / giftig
    Grünlilie (Chlorophytum)Dieffenbachia (Diffenbachie)
    Bambus (echter Bambus, kein Glücksbambus)Efeutute (Epipremnum)
    ZyperngrasPhilodendron
    HibiskusWeihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)
    Golliwoog (Callisia repens)Oleander
    ZimmerlindeAlpenveilchen
    Katzengras (z. B. Weizen, Gerste)Ficus-Arten (z. B. Gummibaum)
    Areca-PalmeMonstera (Fensterblatt)
    CalatheaAzalee
    BananenpflanzeSansevieria (Bogenhanf)

    Zimmerpflanzen und Sittiche: Sichere und gefährliche Arten für die Vogelhaltung

    Viele Zimmerpflanzen im Wohnraum können für Sittiche und Papageien problematisch oder sogar lebensgefährlich sein. Gleichzeitig gibt es einige Arten, die bei richtiger Behandlung keine Gefahr darstellen, wobei grundsätzlich gilt: Zimmerpflanzen sind keine Futterpflanzen.

    Grundsätzliche Gefahren bei Zimmerpflanzen

    Selbst ungiftige Zimmerpflanzen können zur Gefahr werden, wenn sie direkt aus dem Handel stammen. Diese sind häufig mit Pestiziden, Hormonen und Düngemitteln behandelt, wodurch sich Vögel allein durch diese Substanzen vergiften können. Zusätzlich enthalten handelsübliche Blumenerden Schimmelsporen, in denen Vögel nicht wühlen sollten. Bei allen Pflanzen im Vogelzimmer sollte daher auf künstliche Düngemittel und Pflanzenschutzmittel verzichtet werden.

    Ungefährliche Zimmerpflanzen

    Zu den ungiftigen Zimmerpflanzen für Vögel gehören mehrere Palmenarten und weitere dekorative Arten. Die Kanarische Dattelpalme, Steckenpalme (Rutenpalme) sind ungiftig. Die Grünlilie gilt als unschädlich, allerdings nicht ihre Blüten. Auch die Bananenpflanze (Musa) und die Pantoffelblume zählen zu den unbedenklichen Arten.


    • Calathea (Korbmarante): Gilt im Heimtierbereich überwiegend als ungiftig, wird z.B. für Katzen und Hunde als unbedenklich geführt; wegen möglicher Rückstände aus Anzucht (Pestizide, Dünger) im Vogelzimmer aber trotzdem nur mit Abstand und ohne Knabberkontakt verwenden.
    • Pilea (z.B. Pilea peperomioides, Ufopflanze): Wird in gängigen Übersichten als ungiftig beschrieben, ist also grundsätzlich eine der besser geeigneten Zierpflanzen, sollte aber ebenso unbehandelt (ohne Dünger/Pflanzenschutzmittel) und außer direkter Knabberreichweite gehalten werden.


    Zwar ungiftig, aber nicht empfehlenswert:
    Zwergpalme (spitze Dornen)
    Chinesische Hanfpalme (scharfkantige Blätter)

    Häufige Zimmerpflanzen mit Giftpotenzial

    Viele beliebte Zimmerpflanzen sind für Vögel stark giftig bis tödlich. Zu den gefährlichen Arten gehören Alpenveilchen (Cyclamen), die als stark giftig gelten und für frei fliegende Wellensittiche eine ernste Bedrohung darstellen. Amaryllis (Ritterstern/Hippeastrum) ist ebenfalls stark giftig. Die Dieffenbachie, ein beliebtes Aronstabgewächs, gilt als stark giftig. Auch Birkenfeigen (Ficus-Arten) sind für Vögel gefährlich. Weitere toxische Zimmerpflanzen sind Begonien (Schiefblatt), Hyazinthen und Prachtlilien.

    Validierung: Die häufigsten giftigen Zimmerpflanzen (Alpenveilchen, Amaryllis, Dieffenbachie, Ficus, Begonien) mit Toxizitätsgrad sind vollständig dargestellt.


    Auch die folgenden, sehr häufig in Wohnzimmern anzutreffenden Zimmerpflanzen sind für Sittiche und Papageien nicht geeignet und sollten im Vogelzimmer möglichst gar nicht oder nur absolut außer Reichweite stehen:


    • Monstera (Fensterblatt)
    • Philodendron (Baumfreund)
    • Anthurie (Flamingoblume)
    • Alokasie (Pfeilblatt)
    • Sansevieria (Bogenhanf, Schwiegermutterzunge)
    • Aglaonema (Kolbenfaden)
    • Spathiphyllum (Einblatt)

    Diese Arten gehören überwiegend zu Gruppen, die für Haustiere generell als giftig oder reizend eingestuft werden und sind wegen des typischen „Alles-anprobier-Verhaltens“ von Sittichen im Freiflug besonders kritisch.


    Praktische Hinweise für die Pflanzenhaltung

    Da Sittiche und Papageien dazu neigen, alles anzuknabbern und auszuprobieren, was grün ist, sollten selbst ungiftige Pflanzen außer Reichweite positioniert oder durch Abdeckungen geschützt werden. Stachelige Kakteen sind zwar ungiftig, die Verletzungsgefahr ist jedoch sehr hoch, weshalb man besser darauf verzichten sollte. Pflanzen sollten zudem an einem stabilen Standort stehen, an dem sie nicht umkippen können.


    Diskussion zum Artikel Zwei Fahrten für die Umwelt!:

    Zitat
    Es ist schon beeindruckend, mit welcher Inbrunst Supermärkte heutzutage auf Nachhaltigkeit machen. Jede Plastiktüte wird behandelt, als würde sie persönlich die Polkappen schmelzen. Jeder Keks bekommt ein grünes Blatt aufs Etikett geklebt, und man könnte meinen, beim Aldi-Einkauf wachse einem ein kleiner Öko-Heiligenschein direkt über dem Kopf.
    Doch dann liegt er wieder im Briefkasten: der heilige Gral der Schnäppchenjagd – der Supermarktprospekt. 20 Seiten voller Verlockungen. Aber Achtung:…

    Okay, wegen der Geschlechtsbestimmung muss ich schauen, auf den Fotos ist das schwer zu erkennen. Der Schecke und der Blaue scheinen beides Weibchen zu sein. Der dunkelgrüne bzw. grüne ist ein Hahn.

    Jetzt zu Gudrun:

    Deine genaue Beobachtung, dass Gudrun am Kopf keinen Federwuchs mehr zeigt, obwohl die Haut reizlos und das übrige Gefieder in Ordnung ist, ist erst einmal gut dokumentiert. Das kann ganz verschiedene – auch harmlose – Ursachen haben: z.B. hormonelle Faktoren, Nährstoffmangel oder auch chronische, nicht-entzündliche Hautveränderungen.


    Es gibt aber leider auch Viruserkrankungen wie PBFD (Psittacine Beak and Feather Disease), die zu dauerhaftem Gefiederverlust insbesondere am Kopf führen können. PBFD ist nicht heilbar und zeigt sich häufig durch kahle Stellen, wobei die Vögel sonst oft erstmal keine weiteren Beschwerden haben.


    Wirklich sicher kann das aber nur ein vogelkundiger Tierarzt durch einen Test oder das Ausschlussprinzip beurteilen. Auch wenn Gudrun auf den ersten Blick gut zurechtkommt, kann es für dich hilfreich sein, zu überlegen, ob ein Test für mehr Gewissheit sorgt. Denn manche Ursachen wären doch behandelbar, andere wie PBFD nicht, aber dann wüsste man zumindest Bescheid.


    PBFD (Psittacine Beak and Feather Disease)

    Warum Vogelhalter jetzt vorsorgen sollten: UV-Lampen-Verbot, LED-Problematik und wichtige Empfehlungen

    Mit dem EU-Verkaufsverbot für viele quecksilberhaltige Leuchtstofflampen stehen nicht nur Industrie und Terraristik vor Veränderungen – auch Vogelhalter sind direkt betroffen. Denn viele der klassischen Vogellampen, die UV-A- und UV-B-Licht liefern, dürfen nicht mehr nachproduziert werden. Für unsere gefiederten Mitbewohner hat das spürbare Folgen, denn gerade in der dunklen Jahreszeit sind UV-Lichtquellen für ihre Gesundheit unverzichtbar.


    In diesem Artikel erfährst du,

    • warum das Verbot auch Vogellampen betrifft,
    • welche Risiken moderne LED-Alternativen mit sich bringen
    • und warum es jetzt besonders sinnvoll ist, sich rechtzeitig einzudecken.

    Warum das Lampen-Verkaufsverbot Vogelhalter betrifft

    Durch die EU-Richtlinien (RoHS und Ökodesign) wurde das Inverkehrbringen klassischer quecksilberhaltiger Leuchtstofflampen verboten. Das betrifft auch:

    • T5 Bird Lamps

    • Kompakt-Birdlamps

    • UV-Spotstrahler für Vögel

    • Metalldampflampen mit UV-Anteil

    Das bedeutet: Hersteller dürfen diese Lampen nicht mehr produzieren. Händler dürfen nur noch vorhandene Restbestände verkaufen – und viele davon verschwinden bereits nach und nach vom Markt.

    Für Vogelhalter, die auf eine verlässliche UV-A- und UV-B-Versorgung angewiesen sind, ist das ein ernstes Thema.

    Warum UV-Licht für Vögel unverzichtbar ist

    UV-Licht erfüllt bei Vögeln mehrere lebenswichtige Aufgaben:

    UV-A (315–400 nm):

    • wichtig für Orientierung, Farbwahrnehmung und Partnerwahl

    • unterstützt Aktivität und Wohlbefinden

    • ermöglicht das Erkennen von Gefiederreflexionen

    UV-B (280–315 nm):

    • notwendig für die körpereigene Vitamin-D3-Synthese

    • wichtig für Knochenaufbau, Calciumeinlagerung und stabile Gesundheit

    • schützt langfristig vor Mangelerscheinungen wie Rachitis oder Legenot

    In Innenhaltung – besonders im Winter – können Vögel UV-Licht nicht selbst decken, da Fensterscheiben diese Strahlung fast vollständig herausfiltern.

    Darum sind künstliche UV-Lampen in vielen Fällen keine Option, sondern Grundversorgung.

    🔥Warum LED als UV-Ersatz aktuell noch ein Risiko ist

    Durch das Verbot werden Hersteller vermehrt versuchen, UV-Lampen künftig auf LED-Basis anzubieten. Doch UV-LEDs haben momentan große technologische Hürden – und können im schlimmsten Fall mehr schaden als nutzen.

    ⚠️1. UV-B-LEDs sind schwer kontrollierbar

    Schon geringe Abweichungen in der Wellenlänge können:

    • keine Vitamin-D3-Synthese ermöglichen

    • oder zu Haut- und Augenschäden führen

    • oder im extremen Fall zu Vitamin-D3-Überdosierungen

    ⚠️2. LEDs erzeugen Hotspots

    Da LEDs Punktstrahler sind, entsteht UV-B oft konzentriert in kleinen Bereichen.

    Für Vogelaugen kann das gefährlich werden.

    ⚠️3. Aktuelle LED-Produkte liefern fast immer UVA – aber kaum echtes UVB

    Viele Hersteller umgehen das Problem, indem sie nur UVA anbieten.

    Für Vögel reicht das aber nicht aus – ihnen fehlt dann die Vitamin-D3-Versorgung.

    Fazit:

    Bis sichere und geprüfte UV-B-LEDs auf dem Markt sind, kann es noch dauern.

    Für den Vogelhalter bedeutet das: Klassische UV-Lampen sind derzeit die sicherste und zuverlässigste Lösung.

    🧡 Empfehlung für Vogelhalter: Jetzt bevorraten

    Klassische UV-Lampen altern nur im Betrieb, nicht in der Schachtel.

    Wer sich jetzt eindeckt, hat mehrere Jahre Ruhe.

    Ein sinnvoller Vorrat umfasst:

    • T5-Birdlamps oder Kompaktlampen

    • Arcadia Compact Birdlamp

    • Metalldampflampen wie die Lucky Reptile Bright Sun UV Bird

    • Ersatz-Vorschaltgeräte

    • ggf. Fassungen, Reflektoren oder Lampenschirme

    Für den regelmäßigen Gebrauch empfiehlt es sich, die Lampen nach:

    • T5-Röhre: ca. 12 Monaten

    • Kompaktlampe: ca. 6–9 Monaten

    • Metalldampflampe: nach 12 Monaten

    zu ersetzen, da die UV-Leistung im Betrieb nachlässt.

    📦 Wo man Lampen aktuell (noch) bekommt

    Viele Shops verkaufen gerade die letzten Bestände. Gute Anlaufstellen sind:

    • Bird-Lamp.de

    • Reptilienkosmos

    • Terraristikladen.de

    • Amazon (viele Drittanbieter)

    • Zoofachgeschäfte mit Restbeständen

    • Herstellerseiten (z. B. Lucky Reptile, Arcadia)

    Je nach Händler findet man inzwischen oft Hinweise wie „läuft aus“, „nicht mehr lieferbar“, oder „nur noch Restbestände“.

    🟢Fazit: Jetzt handeln schützt die Gesundheit der Vögel

    Mit dem Wegfall der klassischen UV-Lampen stehen Vogelhalter vor einer Übergangsphase, in der sichere Alternativen noch auf sich warten lassen. Bis LED-Technologien verlässlich UV-A und UV-B in geeigneter Wellenlänge erzeugen können, sind die bewährten Lampen die stabilste und sicherste Wahl.

    Wer seine Vögel gut versorgt wissen möchte – insbesondere während der dunklen Monate – sollte sich jetzt rechtzeitig mit geeigneten UV-Lichtquellen eindecken.

    Das schützt nicht nur die Gesundheit der Tiere, sondern verhindert auch stressige Engpässe, wenn Lampen am Markt plötzlich nicht mehr erhältlich sind.

    "Schwester S. stichelt - Mit spitzer Feder" ist gestartet - die erste Kolumne ist online:


    Die falsche Schlange


    „Mit spitzer Feder“ ist meine persönliche Kolumne über Momente, kleine Momente, über Alltagskuriositäten, menschliche Eigenheiten, technische Tücken und das, was uns zum Lächeln, Kopfschütteln oder Stirnrunzeln bringt.

    Ich verspreche keine großen Antworten – aber vielleicht ein paar ehrliche Fragen. Und hier und da ein Schmunzeln.

    Diskussion zum Artikel Die falsche Schlange:

    Zitat
    Es gibt Naturgesetze, die unumstößlich sind. Die Schwerkraft zum Beispiel. Oder dass man genau immer in der langsamsten Supermarkt-Schlange landet.
    Ich weiß nicht, ob es eine geheime Kassen-Göttin gibt, die über das Schicksal der Wartenden wacht – aber wenn ja, dann hat sie etwas gegen mich.


    Egal, welche Kasse ich auch nehme: Die Nachbarschlange rauscht wie ein ICE davon, während meine festklebt wie ein Regionalzug mit Weichenstörung . Wahrscheinlich genau deshalb, weil vorne eine Dame gerade…

    Das Leben ist ernst genug – Zeit, es ab und zu liebevoll auf die Schippe zu nehmen.

    In meiner neuen Glossenreihe werfe ich einen augenzwinkernden Blick auf die kleinen und großen Absurditäten des Alltags: von der Schlange, die garantiert am langsamsten ist, über den digitalen App-Wahnsinn bis hin zu gesellschaftlichen Phänomenen, bei denen man einfach nur den Kopf schütteln kann.

    Mal spitz, mal charmant, immer mit einem Funken Selbstironie – das ist mein Ventil gegen den ganz normalen Wahnsinn des Lebens.

    Denn wer über sich und die Welt lachen kann, bleibt gelassener – und manchmal steckt in einem guten Seitenhieb mehr Wahrheit als in tausend ernsten Worten.

    Bleib also dran, wenn es bald heißt:

    👉 „Schwester S. stichelt – mit spitzer Feder“


    Demnächst wieder unter dem Menüpunkt "Artikel" zu finden --> https://www.wellensittich.net/article-list/

    Steckbrief Türkis-Sperlingspapagei (Forpus spengeli): Der charmante Kolumbianer im Porträt

    Checkliste – Übersicht der Steckbrief-Abschnitte

    • Systematik: Taxonomische Einordnung, wissenschaftlicher Name, Synonyme
    • Kennzeichen (Aussehen): Größe, Gefiederfarbe, typische Merkmale
    • Geschlechtsunterschiede: Visuelle Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen
    • Mutationen: Bekannte Farbmutationen in der Zucht
    • Verbreitung: Herkunft, geografisches Vorkommen, Lebensraum
    • Verhalten: Lautstärke, Sozialverhalten, Aktivitätsmuster
    • Haltung: Anforderungen an Pflege, Volierengröße, Sozialstruktur
    • Ernährung: Natürliche Nahrung, Futter in Menschenobhut
    • Brut: Brutverhalten in der Natur und in der Voliere
    • Kommentare: Besonderheiten, Tipps, interessante Fakten

    Systematik: Taxonomische Einordnung und wissenschaftlicher Name

    Der Türkis-Sperlingspapagei, auch als Kolumbianischer Sperlingspapagei bekannt, trägt den wissenschaftlichen Namen Forpus spengeli. Er gehört zur Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und zur Gattung der Sperlingspapageien (Forpus). Die Art wurde 1885 von Gustav Hartlaub erstmals beschrieben. In der Vergangenheit wurde Forpus spengeli teils als Unterart des Blauflügel-Sperlingspapageis (Forpus xanthopterygius) oder des Grünbürzel-Sperlingspapageis (Forpus passerinus) betrachtet, doch heute ist der Türkis-Sperlingspapagei als eigenständige Art anerkannt.

    Taxonomische Übersicht:

    Rang

    Bezeichnung

    Ordnung

    Psittaciformes (Papageien)

    Familie

    Psittacidae (Eigentliche Papageien)

    Gattung

    Forpus (Sperlingspapageien)

    Art

    Forpus spengeli

    Erstbeschreibung

    Hartlaub, 1885

    Synonyme

    Forpus xanthopterygius spengeli, Forpus passerinus spengeli

    Die Art ist monotypisch, das heißt, es werden keine Unterarten unterschieden. Die Schreibweise „spengeli“ ist heute die korrekte Form, auch wenn in älteren Quellen gelegentlich „spengeliri“ zu finden ist.

    Kennzeichen (Aussehen): Größe, Gefiederfarbe, typische Merkmale

    Der Türkis-Sperlingspapagei ist ein kleiner, kompakter Papagei mit einer Körperlänge von etwa 12 bis 13 cm und einem Gewicht von rund 28 Gramm. Sein Erscheinungsbild ist auf den ersten Blick unscheinbar, doch bei genauerem Hinsehen offenbaren sich feine, charakteristische Farbakzente.

    Typische Merkmale:

    • Grundfarbe: Das Gefieder ist überwiegend grün, wobei das Grün insgesamt etwas blasser wirkt als bei verwandten Arten wie dem Blauflügel-Sperlingspapagei.
    • Rücken und Bürzel: Besonders auffällig ist der türkis- bis himmelblaue Rücken und Bürzel beim Männchen, der der Art ihren deutschen Namen verleiht.
    • Flügel: Die Flügeldecken sind dunkelgrün, die primären Flügeldecken beim Männchen violettblau. Die Flügelkante ist leuchtend grün.
    • Unterflügeldecken: Beim Männchen violettblau, beim Weibchen grün.
    • Gesicht: Das Gesicht ist grün, beim Weibchen mit gelblicher Stirn.
    • Schnabel: Mattrosa mit grauer Basis am Oberkiefer.
    • Beine: Matt pink-grau.
    • Augen: Dunkelbraune Iris mit grauer Pupille.

    Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten äußerlichen Merkmale zusammen:

    Merkmal

    Beschreibung (Männchen)

    Beschreibung (Weibchen)

    Körperlänge

    12–13 cm

    12–13 cm

    Gewicht

    ca. 28 g

    ca. 28 g

    Grundfarbe

    Blasses Grün

    Blasses Grün

    Rücken/Bürzel

    Türkis- bis himmelblau

    Grün

    Flügeldecken

    Dunkelgrün, primär violettblau

    Dunkelgrün, ohne Blau

    Unterflügeldecken

    Violettblau

    Grün

    Stirn

    Grün

    Gelblich

    Schnabel

    Mattrosa, graue Basis

    Mattrosa, graue Basis

    Beine

    Matt pink-grau

    Matt pink-grau

    Augen

    Dunkelbraune Iris

    Dunkelbraune Iris

    Das Gefieder ist insgesamt dicht und fein strukturiert, was dem kleinen Papagei ein elegantes, aber robustes Aussehen verleiht. Die Farben wirken in natürlichem Licht besonders lebendig, wobei die blauen und türkisfarbenen Akzente beim Männchen im Sonnenlicht schimmern.

    Geschlechtsunterschiede: Visuelle Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen

    Der Türkis-Sperlingspapagei zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus, das heißt, Männchen und Weibchen lassen sich anhand äußerlicher Merkmale unterscheiden – ein Vorteil gegenüber vielen anderen Papageienarten, bei denen die Geschlechter oft nur schwer zu erkennen sind.

    Männchen:

    • Auffälliger türkis- bis himmelblauer Bürzel und Rücken.
    • Violettblaue Flügeldecken und Unterflügeldecken.
    • Kopf und Gesicht sind einheitlich grün.

    Weibchen:

    • Fehlen der blauen/türkisen Gefiederpartien: Rücken, Bürzel und Flügeldecken sind grün.
    • Stirn und Gesicht gelblich, was das Weibchen von Männchen und anderen Forpus-Arten unterscheidet.
    • Ansonsten ist das Gefieder einheitlich grün.

    Jungvögel sind bislang wenig beschrieben, vermutlich ähneln sie in der Färbung den Weibchen, wie es auch bei verwandten Arten der Fall ist.

    Zusätzliche Hinweise zur Geschlechtsbestimmung: In der Zuchtpraxis und bei Unsicherheiten empfiehlt sich eine genetische Geschlechtsbestimmung (DNA-Test) oder eine endoskopische Untersuchung durch einen vogelkundigen Tierarzt, da Farbabweichungen oder Mutationen die visuelle Unterscheidung erschweren können.

    Mutationen: Bekannte Farbmutationen in der Zucht

    Während die Wildform des Türkis-Sperlingspapageis einheitlich grün mit den beschriebenen blauen Akzenten beim Männchen ist, sind in der Zucht verschiedene Farbmutationen bekannt – wenn auch seltener als bei anderen Forpus-Arten wie dem Blaugenick-Sperlingspapagei.

    Häufige Mutationen bei Forpus-Arten (allgemein):

    • Blau: Rezessiv vererbt, das Gefieder erscheint statt grün in verschiedenen Blautönen.
    • US-Gelb und US-Weiß: Durch das sogenannte US-Gen entstehen gelbe oder weiße Vögel, wobei die blauen Markierungen beim Männchen erhalten bleiben können.
    • Pastell, Falbe, Schecke, Isabell, Zimt, Lutino/Albino/Creamino, Türkis, Marmoriert, Grau, Dunkel/Cobalt/Olive/Mauve, Misty: Verschiedene weitere Mutationen, die zu einer Vielzahl von Farbschlägen führen.

    Beim Türkis-Sperlingspapagei (Forpus spengeli):

    • Farbmutationen sind selten und werden nur vereinzelt gezüchtet. Die Zucht konzentriert sich meist auf die Erhaltung der Wildform.
    • In spezialisierten Zuchten sind jedoch auch blaue und gelbe Mutationen dokumentiert, wobei die genetischen Grundlagen und die Vererbung denen der verwandten Arten entsprechen.

    Genetik der Farbschläge:

    • Grün ist dominant, blau rezessiv vererbt.
    • Das US-Gen unterdrückt den blauen oder gelben Anteil, sodass gelbe oder weiße Vögel entstehen können.
    • Spalterbigkeit spielt eine Rolle: Ein grüner Vogel kann das Gen für Blau oder US-Gelb tragen, ohne es äußerlich zu zeigen.

    Zuchtpraxis:

    • Die gezielte Zucht von Mutationen erfordert fundierte Kenntnisse der Genetik und sollte verantwortungsvoll erfolgen, um die Gesundheit und Vitalität der Tiere zu erhalten.
    • Mutationen sind vor allem bei Forpus coelestis und Forpus conspicillatus verbreitet, beim Türkis-Sperlingspapagei jedoch eine Rarität und oft mit höheren Preisen verbunden.

    Verbreitung: Herkunft, geografisches Vorkommen, Lebensraum

    Der Türkis-Sperlingspapagei ist endemisch in Nordkolumbien und kommt ausschließlich in einem relativ kleinen Gebiet vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Karibikküste (Region Sucre) über das untere Magdalena-Tal bis zu den westlichen und südlichen Ausläufern der Sierra Nevada de Santa Marta .

    Geografische Verbreitung:

    • Land: Kolumbien
    • Regionen: Sucre, Bolívar, Magdalena, Cesar, Atlantico
    • Höhenverbreitung: Vom Meeresspiegel bis etwa 1.200 Meter

    Lebensraum:

    • Bevorzugt halbtrockenes bis trockenes Tiefland mit Sekundärwuchs, Buschwerk und verstreuten Bäumen.
    • Kommt auch in Savannen, lichten Wäldern, Palmenhainen, Buschland und an Waldrändern vor.
    • Siedelt gelegentlich in der Nähe von landwirtschaftlichen Flächen und Gärten, ist aber auf ausreichend Baumbestand angewiesen.
    • Zeigt eine gewisse Anpassungsfähigkeit an anthropogen veränderte Lebensräume, solange genügend Nahrung und Nistmöglichkeiten vorhanden sind.

    Verbreitungskarte: Das Areal umfasst etwa 29.200 km² und ist damit im Vergleich zu anderen Papageienarten relativ klein.

    Bewegungsmuster:

    • Der Türkis-Sperlingspapagei ist Standvogel und unternimmt keine saisonalen Wanderungen.

    Verhalten: Lautstärke, Sozialverhalten, Aktivitätsmuster

    Der Türkis-Sperlingspapagei ist ein ausgesprochen sozialer Vogel, der in der Natur meist in kleinen Gruppen oder Paaren lebt. Sein Verhalten ist typisch für Sperlingspapageien: lebhaft, neugierig und verspielt, aber insgesamt deutlich ruhiger als viele größere Papageienarten.

    Lautstärke und Stimme:

    • Das Stimmverhalten ähnelt dem des Blauflügel-Sperlingspapageis (Forpus xanthopterygius).
    • Die Rufe sind fein, aber gut hörbar, meist ein leises, zwitscherndes „tschi-tschi“ oder „pi-pi-pi“.
    • Die Lautstärke ist moderat und für die Wohnungshaltung geeignet, deutlich leiser als bei Wellensittichen oder Großpapageien.
    • Tonaufnahmen sind beispielsweise auf Xeno-Canto verfügbar.

    Sozialverhalten:

    • Lebt in der Natur in Paaren oder kleinen Gruppen von bis zu 20 Individuen, an Futterplätzen gelegentlich auch in größeren Schwärmen.
    • Zeigt ein ausgeprägtes Paar- und Gruppenverhalten: gegenseitige Gefiederpflege, gemeinsames Ruhen und Fressen.
    • Einzelhaltung führt schnell zu Verhaltensstörungen und sollte unbedingt vermieden werden.

    Aktivitätsmuster:

    • Sehr aktiv und neugierig, klettert und fliegt gerne.
    • Beschäftigt sich intensiv mit der Umgebung, erkundet neue Gegenstände und liebt es, an Zweigen zu knabbern.
    • Zeigt ein ausgeprägtes Spielverhalten, insbesondere in der Gruppe.

    Intelligenz:

    • Sperlingspapageien sind intelligent und können kleine Tricks lernen oder einfache Aufgaben lösen.
    • Sie beobachten ihre Umgebung aufmerksam und reagieren auf Veränderungen.

    Zusammenfassung: Der Türkis-Sperlingspapagei ist ein lebhafter, aber nicht übermäßig lauter Vogel, der in Gesellschaft seiner Artgenossen aufblüht und durch sein neugieriges Wesen begeistert.

    Haltung: Anforderungen an Pflege, Volierengröße, Sozialstruktur

    Die artgerechte Haltung des Türkis-Sperlingspapageis erfordert Kenntnis, Engagement und ausreichend Platz. Trotz seiner geringen Größe ist der Vogel sehr bewegungsfreudig und sozial.

    Sozialstruktur:

    • Paarhaltung ist Pflicht: Sperlingspapageien dürfen niemals einzeln gehalten werden.
    • Gruppenhaltung ist möglich, erfordert aber ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten, da es in der Brutzeit zu Revierstreitigkeiten kommen kann.
    • Keine Vergesellschaftung mit anderen Vogelarten, da Forpus-Arten trotz ihrer Größe sehr selbstbewusst auftreten und andere Arten bedrängen können.

    Volierengröße und Einrichtung:

    • Mindestmaße für ein Paar: 100 × 50 × 80 cm (L×B×H); größere Volieren sind besser.
    • Für kleine Gruppen entsprechend größere Volieren, mehr Grundfläche ist wichtiger als Höhe.
    • Waagerechte Gitterstäbe fördern das Klettern.
    • Naturäste verschiedener Stärken, Schaukeln, Kletterseile und Spielzeug sind unverzichtbar.
    • Täglicher Freiflug im vogelsicheren Raum ist Pflicht, reine Käfighaltung ist nicht artgerecht.
    • Badehaus oder regelmäßiges Besprühen mit Wasser wird gerne angenommen.

    Klima und Licht:

    • Raumtemperatur: 18–24 °C, keine Zugluft, keine Standplätze an Heizkörpern.
    • Luftfeuchtigkeit: 50–60 %.
    • Tageslicht oder spezielle Vogellampen zur Vitamin-D-Synthese.

    Pflege und Hygiene:

    • Tägliche Reinigung von Futter- und Wassernäpfen.
    • Wöchentliche Reinigung der Einstreu (Sand, Holzgranulat, Vogelsand).
    • Regelmäßige Kontrolle auf Parasiten und Gesundheitszustand.

    Beschäftigung:

    • Abwechslungsreiche Beschäftigung durch Spielzeug, frische Zweige, Futtersuchspiele.
    • Intellektuelle Herausforderungen wie Futterverstecke fördern die geistige Fitness.

    Rechtliche Hinweise:

    • Sperlingspapageien unterliegen dem Artenschutzrecht. Ein Herkunftsnachweis ist Pflicht, auch wenn keine Meldepflicht besteht.

    Fazit: Wer Türkis-Sperlingspapageien hält, übernimmt Verantwortung für ein anspruchsvolles, soziales und bewegungsfreudiges Tier. Eine artgerechte Haltung ist nur mit ausreichend Platz, Beschäftigung und Sozialkontakt möglich.

    Ernährung: Natürliche Nahrung und Futter in Menschenobhut

    Die Ernährung des Türkis-Sperlingspapageis orientiert sich an seiner natürlichen Lebensweise, sollte aber in Menschenobhut besonders abwechslungsreich und ausgewogen gestaltet werden.

    Natürliche Nahrung (in der Wildbahn):

    • Samen verschiedener Gräser und Wildpflanzen (z. B. Mikania, Ambrosia, Marcgravia)
    • Früchte (z. B. Cecropia)
    • Beeren, Knospen, Blüten
    • Gelegentlich auch Blätter und andere Pflanzenteile
    • Nahrungssuche sowohl in Bäumen als auch auf dem Boden.

    Ernährung in Menschenobhut:

    • Hochwertiges Körnerfutter mit reduziertem Fettanteil, speziell für Sperlingspapageien oder kleine Papageien.
    • Frisches Gemüse (z. B. Karotte, Paprika, Brokkoli, Blattgemüse, Fenchel, Gurke, Zucchini, Sellerie, Kürbis, Mais, Rote Bete, Mangold, Pastinake, Kohlrabi, Endivie, Chicorée, Salat in Maßen).
    • Obst nur in kleinen Mengen (z. B. Apfel, Birne, Kiwi, Beeren, Melone, Mango, Papaya, Kaki, Granatapfel, Erdbeere, Himbeere, Heidelbeere, Brombeere, Weintraube, Feige, Pfirsich, Nektarine, Orange, Mandarine, Banane, Litschi, Kirsche, Mirabelle, Pflaume, Pomelo, Ananas).
    • Wildsamen und Gräser (z. B. Kolbenhirse, Rispenhirse, Amaranth, Perlhirse, Hanf, Knabber-Ähren).
    • Kräuter (z. B. Thymian, Basilikum, Petersilie, Dill, Kresse, Löwenzahn, Vogelmiere).
    • Kalziumquelle: Sepiaschale, Mineralstein, Grit.
    • Frisches Wasser täglich erneuern.

    Wichtige Hinweise:

    • Obst wegen des hohen Fruchtzuckergehalts nur in Maßen anbieten.
    • Avocado, rohe Hülsenfrüchte, Schokolade, Alkohol, Kaffee, Zwiebeln, Knoblauch, Nachtschattengewächse (Tomate, Aubergine, rohe Kartoffel, Paprika, Physalis), Apfelkerne, Aprikosenkerne, Kirschkerne, Bittermandeln, Erdnüsse (Schimmelgefahr), Spargel, Flieder, Menschenessen sind giftig oder ungeeignet und dürfen nicht verfüttert werden.
    • Grit ist für die Verdauung wichtig, sollte aber bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Megabakteriose) vorübergehend entfernt werden.

    Zusatzfutter:

    • Keim- und Quellfutter (hygienisch zubereiten!)
    • Tierisches Eiweiß (z. B. gekochtes Ei) nur während der Brut oder Mauser und in kleinen Mengen.
    • Nahrungsergänzungsmittel nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt.

    Fütterungstipps:

    • Gemüse und Obst abwechslungsreich anbieten, verschiedene Darreichungsformen ausprobieren (Stücke, Ringe, geraspelt, gedünstet, am Spieß, püriert).
    • Jeder Vogel sollte einen eigenen Napf haben, um Futterneid zu vermeiden.
    • Futter regelmäßig wechseln, um Abwechslung zu bieten und Mangelerscheinungen vorzubeugen.

    Fazit: Eine abwechslungsreiche, frische und ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden des Türkis-Sperlingspapageis.

    Brut: Brutverhalten in der Natur und in der Voliere

    Das Brutverhalten des Türkis-Sperlingspapageis ist in der Natur bislang wenig dokumentiert, lässt sich aber anhand verwandter Arten und Zuchterfahrungen gut beschreiben.

    Brutverhalten in der Natur:

    • Brutzeit: Mai bis August (vermutlich, genaue Daten fehlen)
    • Nistplatz: Höhlenbrüter, bevorzugt natürliche Baumhöhlen oder Felsspalten
    • Gelegegröße: 3–7 Eier pro Gelege (Schätzwerte, da genaue Daten fehlen)
    • Brutdauer: 19–22 Tage (analog zu verwandten Forpus-Arten)
    • Nestlingsdauer: 30–35 Tage bis zum Ausfliegen

    Brutverhalten in Menschenobhut:

    • Nistkasten: Wellensittichkasten oder Naturstamm mit ca. 15 cm Innendurchmesser und 30 cm Höhe.
    • Brutzeit: Ganzjährig möglich, bevorzugt von Mai bis Oktober.
    • Gelege: 4–6 Eier, die ab dem zweiten Ei bebrütet werden.
    • Brutdauer: 21 Tage.
    • Nestlingsdauer: 35 Tage, danach sollten die Jungvögel von den Eltern getrennt werden.
    • Mehrfachbruten pro Jahr sind möglich.

    Elternverhalten:

    • Beide Elternteile beteiligen sich an der Brutpflege und Fütterung der Jungen.
    • Die Jungvögel werden mit vorverdautem Futter gefüttert und benötigen eine warme, saubere Umgebung.

    Zucht in Gefangenschaft:

    • Die Zucht ist anspruchsvoll und erfordert Erfahrung, insbesondere bei seltenen Mutationen.
    • Eine Zuchtgenehmigung ist in Deutschland erforderlich, ebenso wie die Einhaltung der Artenschutzbestimmungen und die Führung eines Herkunftsnachweises.

    Herausforderungen:

    • Inzucht vermeiden, um genetische Vielfalt zu erhalten.
    • Ausreichend große Volieren und Rückzugsmöglichkeiten bereitstellen, um Stress und Aggressionen zu minimieren.
    • Hygiene und Gesundheitskontrolle sind besonders während der Brutzeit wichtig, um Krankheiten vorzubeugen.

    Fazit: Die Brut des Türkis-Sperlingspapageis ist faszinierend, aber anspruchsvoll. Sie erfordert Geduld, Sachkenntnis und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.

    Kommentare: Besonderheiten, Tipps, interessante Fakten

    Besonderheiten:

    • Der Türkis-Sperlingspapagei ist eine der seltensten und am wenigsten verbreiteten Forpus-Arten in der Heimtierhaltung.
    • Er ist deutlich ruhiger als viele andere Papageienarten und eignet sich daher gut für die Wohnungshaltung – vorausgesetzt, die Haltungsbedingungen stimmen.
    • Die Art ist nicht global bedroht (IUCN: Least Concern), aber das Verbreitungsgebiet ist klein und die Population nimmt ab.
    • Der Handel und die Zucht unterliegen dem internationalen Artenschutz (CITES Anhang II), ein Herkunftsnachweis ist Pflicht.

    Tipps für die Haltung:

    • Paarhaltung ist Pflicht – Einzelhaltung führt zu Verhaltensstörungen.
    • Viel Platz und Beschäftigung bieten, da die Vögel sehr aktiv sind.
    • Regelmäßiger Freiflug im vogelsicheren Raum ist unerlässlich.
    • Frische Zweige zum Knabbern und Baden anbieten.
    • Vogelkundigen Tierarzt regelmäßig aufsuchen, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
    • Geduld bei der Eingewöhnung: Türkis-Sperlingspapageien sind anfangs oft scheu, fassen aber mit Zeit und Ruhe Vertrauen.

    Häufige Krankheiten:

    • Megabakteriose (Macrorhabdiose): Eine häufige Erkrankung bei Sperlingspapageien, die zu Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Verdauungsproblemen führen kann. Behandlung und Fütterung müssen angepasst werden.
    • Atemwegserkrankungen (z. B. Aspergillose): Vorbeugung durch gute Belüftung und Hygiene.
    • Parasitenbefall (Milben, Würmer): Regelmäßige Kontrolle und ggf. Behandlung.

    Artenschutz und Ethik:

    • Zucht nur mit Herkunftsnachweis und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.
    • Keine Wildfänge: Nur Nachzuchten aus verantwortungsvoller Zucht erwerben.
    • Verzicht auf tierschutzwidriges Zubehör wie Spiegel, Plastikvögel oder Fluggeschirre.

    Vergleich mit ähnlichen Arten:

    • Forpus xanthopterygius (Blauflügel-Sperlingspapagei): Satteres Blau im Bürzel, keine gelbe Stirn beim Weibchen.
    • Forpus coelestis (Blaugenick-Sperlingspapagei): Markanter blauer Nacken beim Männchen, Weibchen ohne gelbe Stirn.
    • Forpus passerinus (Grünbürzel-Sperlingspapagei): Keine blauen Gefiederpartien, insgesamt kleiner und zierlicher.

    Interessante Fakten:

    • Sperlingspapageien können mit Geduld und Training einzelne Wörter oder Geräusche nachahmen, sind aber keine „Sprecher“ wie größere Papageien.
    • Die Lebenserwartung liegt bei 10–12 Jahren in Menschenobhut, bei guter Pflege auch länger.
    • Die Art ist in der Natur selten und lokal, was sie zu einem besonderen Schatz für erfahrene Halter macht.

    Hier ist eine Checkliste für eine Notfallapotheke für Vögel, wie sie verantwortungsvolle Halter:innen zuhause haben sollten, inklusive kurzer Begründung, warum jede Kategorie wichtig ist.

    🕊️ Notfallapotheke für Vögel – Checkliste

    🧰 1. Basis-Ausrüstung

    GegenstandZweck
    Pinzette & kleine SchereZum Entfernen von Fremdkörpern (z. B. Federn, Dornen) oder Zuschneiden von Verbänden.
    EinmalhandschuheSchutz vor Keimen, Hygiene beim Behandeln.
    Taschenlampe / StirnlampeGute Sicht bei kleinen Verletzungen oder nächtlichen Notfällen.
    Wärmelampe oder Heizmatte (regelbar)Wärmeerhalt bei Schock, Krankheit oder Jungvögeln – lebenswichtig.
    Transportbox (gut belüftet, gepolstert)Sicherer Transport zum Tierarzt.

    💊 2. Erste-Hilfe- und Pflegeartikel

    MittelZweck
    Desinfektionslösung (z. B. Octenisept, kein Alkohol!)Wundreinigung ohne Brennen.
    Kochsalzlösung (0,9%)Zum Spülen von Augen, Nasenlöchern oder Wunden.
    Betaisodona®-Lösung (jodhaltig)Desinfektion bei oberflächlichen Verletzungen (nicht bei Jodempfindlichkeit).
    Wundsalbe ohne Zink oder Duftstoffe (z. B. Bepanthen®)Unterstützt die Heilung kleiner Hautverletzungen.
    Kohlepräparat (z. B. Kohletabletten)Erste Hilfe bei Futtervergiftung oder Durchfall (Tierarzt kontaktieren!).
    Elektrolytlösung (z. B. Elotrans® oder selbst angerührt)Stabilisierung bei Durchfall, Erschöpfung oder Hitzestress.
    Blutstillendes Pulver oder AlaunstiftBei Blutungen nach Federbruch oder Krallenverletzung.
    Sterile Kompressen & MullbindenWundversorgung, Fixierung kleiner Verletzungen.
    Klebeband (hypoallergen, z. B. Micropore)Zum Fixieren von Verbänden, ohne Federn zu beschädigen.

    🍽️ 3. Unterstützende Mittel & Ernährung

    MittelZweck
    Handaufzuchtfutter / NotfallbreiBei Futterverweigerung oder geschwächten Tieren.
    Vitaminpräparat (z. B. Korvimin®, Nekton-S)Unterstützt die Regeneration nach Krankheit oder Stress.
    Waage (mit Gramm-Anzeige)Gewichtskontrolle – frühes Erkennen von Krankheiten.
    Spritzen ohne Nadel (1–5 ml)Zum Eingeben von Flüssigkeiten oder Brei.

    📄 4. Dokumentation & Tierarztinfos

    ElementZweck
    Notfallnummer vom vogelkundigen TierarztZeitkritisch! Nicht jeder Tierarzt ist vogelkundig.
    Tierarztadresse + Öffnungszeiten + 24h-NotdienstnummerImmer griffbereit halten.
    Beobachtungsbogen / GesundheitsprotokollSymptome, Futteraufnahme, Gewicht dokumentieren – erleichtert Diagnose.

    💡 Warum eine Notfallapotheke für Vögel wichtig ist

    • 🕐 Vögel verbergen Krankheiten, bis es oft fast zu spät ist. Schnelles Handeln kann über Leben und Tod entscheiden.

    • 🩸 Kleine Verletzungen können schnell gefährlich werden, z. B. durch starken Blutverlust oder Schock.

    • 🏥 Nicht jede Tierarztpraxis ist vogelkundig, daher ist Ersthilfe zuhause entscheidend, bis professionelle Hilfe möglich ist.

    • 💚 Eine gut bestückte Notfallapotheke reduziert Stress, Zeitverlust und Risiken im Ernstfall – sowohl für das Tier als auch für den Halter.