Eine Amselbrut in meinem Garten

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    Diese Woche waren alle drei Jungen da. Sie sind gut gewachsen. Zwei sind schon sehr weit und fressen auch selbstständig und waren jeden Tag in meinem Beet, das dritte Jungtier wird noch teilweise gefüttert und ist etwas ruhiger. Die Eltern sehe ich nur selten, aber sie scheinen in der Nähe zu sein.


    Ich frage mich wirklich, wo die drei die ganze Zeit waren, ich habe sie fast 10 Tage nicht gesehen und auch die Mutter kaum, nur den Vater habe ich ab und zu gesehen.


    Und heute habe ich gesehen, wie einer der Jungvögel etwas weiter weg geflogen ist - oder besser gesagt geflattert ist (so schnell war er noch nicht), also über die Straße in einen sehr hohen Baum. Er wird sich wohl bald eine neue Bleibe suchen und seine Eltern und Geschwister verlassen.


    Vielleicht kommt er ab und zu in seine alte Heimat - meinen Garten - zurück, um sich Futter zu holen, er weiß ja jetzt, wo es was zu fressen gibt und die anderen auch, der Jüngste ist noch hier. Aber bestimmt auch nicht mehr lange.


    Ich freue mich, dass die Brut von Hugo und Brunhilde erfolgreich war und wünsche den drei Jungs alles Gute für ihr weiteres Leben. Und nehmt euch vor den Sperbern und den Freigängerkatzen in Acht!!! Und vor der viel befahrenen Straße!

  • da geht einem das Herz auf, wenn man (Frau) sieht, da hast du ihnen was Gutes getan. Jetzt ist auch wieder die Zeit der Insekten und Würmer. Wusstest du, dass die Dohlen und die Amseln ihre Würmer aus der Erde locken, in dem sie in den Boden :mahlzeit: hacken, um sie Würmer hervorzulocken :groehl: und dann sich den Kropf vollschlagen. Wenn die Würmer dann herausschauen, schnappen sie sich das Würmchen. :nicken:

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    Echt, Dohlen machen das auch? Wollen wir mal hoffen, dass nach den heftigen Regen viele Würmer kommen. Soviel ich weiß, kann man sogar Regenwürmer züchten. Bei uns gibt es leider nicht mehr viele davon, der Boden ist in unserer Siedlung ziemlich verdichtet.

  • Wir haben damals die Würmer für den Kompost gekauft und die waren gar nicht mal so teuer. Wenn du eine Kiste als Kompost anlegst, solltest du dem Kompost auch Würmer zugeben. Das ist der beste Boden für deine Pflanzen. Kannst du deine ganzen Abfälle darauf geben und dann hast du die beste Düngung. :bravo::blumen::daumen:

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    Es hätte alles so schön sein können, aber leider hat mir ein Unglück den Tag versaut.


    Eine von den Jungamseln, die in meinen Garten groß gezogen wurden, kam jeden Tag zu mir an die Terrassentür und hat sich Mehlwürmer und Rosinchen abgeholt. Ich habe die Rosinen sogar extra halb durch geschnitten, damit sie gut zu schlucken sind.


    Seit einer Woche kam der Kleine, er war schon fast zahm. Er schaute immer durchs Fenster, ob ich da war oder er rannte auf die Terrassentür zu, wenn er mich kommen sah. Dann warf ich ihm eine Handvoll Leckerli hin und er fraß das dann.


    Vorhin - ich wollte gerade die Futterspender an der Futterstation füllen, sah ich etwas Schwarzes auf den Boden liegen. Es war mein Jungvogel, der kleine Süße verwöhnte Vogel. Er war komplett durchnässt, da es kurz vorher geregnet hatte, die Totenstarre hatte schon nach kurzer Zeit eingesetzt.

    Ich hatte ihn noch eine Stunde vorher gesehen, er war auf der Terrasse und ich wollte das Futter in den Pflanzkasten auslegen, damit die anderen auch was haben. Da ich an ihn vorbeilaufen musste, ist er weggelaufen. Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe. Kurz darauf musste ihn eine Freigängerkatze erwischt haben.


    Wir haben hier echt ein Problem mit Freigängerkatzen. Schade, dass die Leute nicht einsehen, dass man diese zur Brutzeit nicht laufen lassen sollte. Der Tag ist gelaufen und ich habe gerade eine Riesenwut auf die Menschen, die ihre Katzen frei laufen lassen, aber auch ein wenig auf diese Katze, die mir meine junge Amsel, die ich beim Aufwachsen zusehen konnte (vom Ei bis jetzt). Morgen wäre der Jungvogel 6 Wochen alt geworden.


    Das Foto ist von gestern. er bettelt gerade an der Terrassentür und hat kurz darauf seine Leckerli (Mehlwürmer) bekommen.


    Machs gut, mein kleiner Freund.

  • Es ist immer sehr schwer, wenn ein geliebtes Vögelchen stirbt. ich würde mir sogar vorwürfe machen, weil wir als Mensch dem Tier was Gutes wollten und ihm vielleicht eher die Scheu vor den Menschen genommen hat und dieses Tier deshalb unvorsichtig geworden ist. Deshalb wurde die Amsel wohl auch zu einem Opfer der Katzen. So oder so ähnlich würde ein Ornithologe argumentieren. Das passiert wohl auch bei Stadttauben, da sie zu den halbwilden Tieren gehören und so mancher Hund in der Stadt jagt eine junge Taube und verletzt sie so stark, dass sie versterben. Deshalb füttere ich immer mit Vorsicht die Vögel bei uns auf der Terrasse, ich klopfe erst an die Tür, um sie aufmerksam zu machen. Damit sie abhauen können, dann gebe ich ihnen was in die Futterbehälter und sie hauen schnell ab, um sich in Sicherheit zu bringen.

    Leider ist bei uns auch immer mal wieder eine verletzte Taube dabei, die hat Schmerzen und ich habe auch schon den Taubenschutzverein gebeten sich dieser Taube anzunehmen. Bedauerlicherweise kann sie noch gut fliegen und der Verein hat nicht immer Zeit, wenn die Taube mal hier ist zum Frühstücken. ;(

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    Er war gerade wieder da, es war wohl doch ein anderer Jungvogel, der so ähnlich aussah. Ich erkenne ihn daran, dass er bis jetzt als Einziger an die Terrassentür kommt, wenn er mich am Fenster sieht.

    Aber trotzdem ist es traurig, dass hier Sperber von oben und Freigängerkatzen vom Boden aus jagen.


    ich würde mir sogar vorwürfe machen, weil wir als Mensch dem Tier was Gutes wollten und ihm vielleicht eher die Scheu vor den Menschen genommen hat und dieses Tier deshalb unvorsichtig geworden ist. Deshalb wurde die Amsel wohl auch zu einem Opfer der Katzen.

    Ich mache mir schnell Vorwürfe, jedesmal, wenn ein Vogel gestorben ist, ob eines meiner Wellis oder draußen bei mir im Garten, habe ich die Schuld auch bei mir gesucht.


    Klar, die Amseln können sehr zutraulich werden, obwohl die bei mir eigentlich immer weglaufen oder fliegen, wenn ich auf die Terrasse komme, sie bringen sich eigentlich grundsätzlich erst mal in Sicherheit. Aber da wir im Sommer auch viel auf der Terrasse sitzen, kennen die Amseln uns und die Scheu ist nicht mehr ganz so groß.


    Ich habe schon überlegt, die Fütterung aufzugeben, da ja gerade Amseln vom Boden fressen und sie sich viel dort aufhalten, um Futter zu suchen und zu fressen und ich das einfach nicht mehr wegstecken kann, sondern sehr leide, wenn es wieder jemand erwischt hat. Den Spatzen und Meisen passiert so gut wie nichts, die sind flink, die kriegt ein Sperber nur selten zu fassen und eine Katze auch nicht. Aber gerade Tauben und Amseln sind gefährdet.


    Die Futterstation wird leider auch von etlichen Dohlen aufgesucht, die fressen den Kleinen immer alles weg, die hängen sich sogar an die Spender, egal ob Erdnussspender oder Meisenknödelhalter und puhlen da alles raus. Ich muss fast täglich alles neu bestücken. Wenn ich die Fütterung aufgebe, bleibt mir so ein Anblick in Zukunft vielleicht eher erspart. Wasser würde ich ja trotzdem noch hinstellen, aber damit zumindest die Sperber meinen Garten nicht mehr als gedeckten Tisch sehen, die Fütterung eine lange Zeit einstellen.


    Mein unmittelbarer Nachbarn füttert ja auch, vielleicht nicht amselgerechtes Futter, sondern mehr Sonnenblumenkerne mit Schale, aber immerhin wird in der Nachbarschaft 50 Meter weiter auch im Sommer Weichfutter gefüttert. Da könnten die Amseln sich ernähren und ihre Jungen füttern.

  • Ja, das Füttern von Vögeln hat vor und Nachteile. Du könntest den Nachbarn sagen (mit Katzen) sie sollen doch ihrer Katze ein Glöckchen umbinden mit ans Flohhalsband. Dann würden die Vögelchen sie hören, wenn sie kommt. Oder du machst einen Ultraschallsender in deinem Garten. Es gibt da etwas, was die Katzen vertreibt. aber die Vögel kommen immer dorthin, wo es regelmäßig etwas gibt. Du solltest auch mal ans Aufhören zu füttern denken, das wenigstens eine Zeitlang. die Bodenfütterung ist schon sehr riskant, für Amseln, oder nur wenn du da bist die Bodenschale füllen. :daumen:

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    Du könntest den Nachbarn sagen (mit Katzen) sie sollen doch ihrer Katze ein Glöckchen umbinden mit ans Flohhalsband.

    Ich weiß ja nicht genau, wem die Katzen gehören. Aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft sind die beiden Katzen nicht, die sind wahrscheinlich von einer Straße weiter, ich glaube, die beiden Mädchen von vor kurzem haben etwas von zwei Katzen und 6 4 Hunden erzählt, die sie haben. Und die Leute kenne ich nicht und weiß auch nicht, wo sie wohnen.

    Oder du machst einen Ultraschallsender in deinem Garten. Es gibt da etwas, was die Katzen vertreibt. aber die Vögel kommen immer dorthin, wo es regelmäßig etwas gibt.

    Gibt es so etwas nur für Katzen, ich möchte nur Katzen vertreiben?



    Du solltest auch mal ans Aufhören zu füttern denken, das wenigstens eine Zeitlang. die Bodenfütterung ist schon sehr riskant, für Amseln, oder nur wenn du da bist die Bodenschale füllen.

    Das wäre eine Lösung, zwar tun mir die Amseln leid, da sie kaum noch Insekten finden, aber naja... Ich bin zwar fast nur zuhause, aber ich sehe nicht immer, was im Garten los ist, da ich vom Sofa nur einen winzigen Teil einsehen kann und bei dem Wetter bin ich auch kaum auf der Terrasse. Wenn das Wetter besser wird und ich mal nachmittags draußen sitze, kann ich ja was ausstreuen, aber das wird eher selten sein und im Herbst/Winter nie.

  • Hinweis ich schreibe hauptsaechlich klein, weil mein notebook spinnt.


    bei dem thema kann ich mich nicht zurückhalten. ich hatte an meinem früheren wohnort einen mit efeu bewachsenen balkon, der oft und gerne von meisen, amseln und rotkehlchen uvm. besucht wurde, obwohl ich nicht durchgehend fütterte.

    Mit dem bewohnerwechsel im haus und in der umgebung nahm die anzahl an katzen zu. dies hatte zur folge, dass mich kaum noch voegel besuchten, auch meine geliebte drossel kam nie mehr.

    ich will aber nicht verschweigen, dass ich selbst einige zeit eine 9 jahre alte katze aus dritter hand hatte, die bis dato nur in der wohnung gehalten worden war.

    bei ihrem zweiten balkongang erwischte sie gleich eine amsel, als ich nur für wenige minuten mit telefonieren abgelenkt war. das hat mich tief getroffen, so dass meine katze nur noch unter aufsicht auf den balkon durfte.

    mit meinen beiden nymphensittichen war sie derweil befreundet, da hatte carlo mit seinem krummschnabel die fronten rasch geklaert.

  • Das wäre eine Lösung, zwar tun mir die Amseln leid, da sie kaum noch Insekten finden, aber naja... Ich bin zwar fast nur zuhause, aber ich sehe nicht immer, was im Garten los ist, da ich vom Sofa nur einen winzigen Teil einsehen kann und bei dem Wetter bin ich auch kaum auf der Terrasse. Wenn das Wetter besser wird und ich mal nachmittags draußen sitze, kann ich ja was ausstreuen, aber das wird eher selten sein und im Herbst/Winter nie.

    Das mit dem Aufhören solltest du nicht schlagartig, sondern etwas weniger. wenn mal nichts da ist, suchen die sich bei den Nachbarn etwas. sie haben ein großen Radius. du musst lernen, die Vögel auch abzunabeln. Es ist schwer.

    Zu dem Ultraschall für Katzen ist nicht so einfach. das Problem hat auch eine Gemeinde im schwäbischen, die haben dort von dem Bürgermeister aus ein Ausgehverbot verhängt in der Brutzeit von einem Vogel. Da haben die Katzenbesitzer sogar schon gegen geklagt und verloren.

    Dann gibt es noch Gewächse die Katzen nicht mögen, die riechen so schlimm,- nur für Katzen. ich kann dir jedoch nicht schreiben, welche das ist. So gut kenne ich mich damit nicht aus. Ich an deiner Stelle würde mal Dr. Google fragen.

  • Die Pflanze nennt sich „Verpiss dich Pflanze“. Oder auch Exotenherz - Coleus canin. Hilft aber nur bedingt. Müsste dann an allen Stellen wo die Katze eindringen kann gepflanzt werden. Leider ist sie auch nicht winterhart.

    Und die Ultraschallgeräte vertreiben auch andere Tiere.

    Und sind auch nicht absolut sicher.

    Habe mir beides zugelegt weil ich so eine nette Nachbarskatze hatte die ihr Geschäft ständig auf meiner Terrasse erledigt hat. Habe aber das Problem dank Ultraschall und Pflanze in den Griff bekommen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe mir überlegt, dass ich an bestimmten Stellen, wo die Katze immer in meinen Garten reinkommt bzw. wieder verlässt, eventuell Sanddorn oder Berberitze pflanze. Katzen mögen ja keine dornigen Pflanzen. Und das Gartentor mit dem zu großen Gitterabstand würde ich durch ein Katzenschutznetz verkleinern, so dass die Katze sich nicht mehr durch die Öffnungen zwängen kann. Natürlich kann sie immer noch über das recht niedrige Gartentor springen, aber dafür muss ich mir dann auch noch was einfallen lassen.


    Zumindest katzensicher möchte ich meinen Garten halten. Sperber sind auch nur Tiere, die ein Recht auf Leben haben und nichts dafür können, dass sie kleine Vögel fressen. Aber bei Katzen sieht das schon anders aus, die töten meistens langsam oder spielen ihr Opfer kaputt.


    Und noch etwas Schönes, was mein Herz berührt: Seit einigen Tagen ist Hugo junior wieder in meinem Garten. Er war ja eines der drei Jungen von dem Amselpaar Hugo und Brunhilde und ziemlich zutraulich. Ich habe ihn immer direkt an der Terrassentür gefüttert und plötzlich kam er seit Mitte August nicht mehr. Er war von einem auf den anderen Tag verschwunden. Jetzt ist er wieder da. Wahrscheinlich hat er seine Brutheimat verlassen, um eine neue Heimat zu finden (das machen Jungvögel nach 7 Wochen für gewöhnlich, nennt man Dismigration, sie bleiben nicht in dem Revier, wo sie geschlüpft sind) und jetzt wo die Futterquelle, dort wo er ansässig geworden ist, vielleicht versiegt ist (Holunderbeeren, Ebereschenbeeren), kam er wieder zurück.


    Ich denke mal, er wird zwar im Frühling wieder gehen, aber ich freue mich, dass er noch lebt und sich an seine ursprüngliche Heimat erinnert und mich auch anscheinend wieder erkannt hat. Er wusste sofort, dass er direkt an die Terrassentür kommen muss, um Leckerli zu bekommen. Er ist älter geworden und hat bereits ein schönes dunkles Federkleid erhalten, ist also gut durch die erste Mauser gekommen, nur sein Schnabel ist noch dunkel.


    Sein Vater ist auch da und macht ihm das Futter streitig. Amseln kennen ja nach der Aufzucht keine Verwandten mehr.