• Offizieller Beitrag

    Nachdem ich das Altern von Micky und auch Robby haarklein miterlebt habe, ist es jetzt bei Olli soweit. Seit einem halben Jahr altert er merklich. Im Sommer war er noch munter, seit dem Herbst sitzt er oft lustlos und müde herum. Appetit hat er bis jetzt immer noch gehabt. Heute ist wieder so ein Tag, an dem es ihm nicht gut geht. Seit einer Woche bekommt er auch wieder sein Ampho, er ist ja leider Dauerpatient und es ist ein Wunder, dass er 8 Jahre und 9 Monate alt geworden ist. Das ist zwar nicht das Höchstalter, welches Wellensittiche erreichen können, aber heutzutage muss man schon froh sein, wenn sie das 8. Lebensjahr überhaupt erreichen.


    Ich denke mal, er hat nicht mehr lange, sein Körper ist auf. Denn seit seinem zweiten Lebensjahr hat er Megas, diese ständigen Schübe und Amphogaben, haben seine Organe sehr belastet. Sowas bleibt ja nicht im Federkleid hängen, sondern hat Auswirkungen und sei es auf die Lebenserwartung.


    Ich versuche jetzt Ollis Altern festzuhalten. Das letzte Tagebuch war über das Altern von Robby, (siehe dieser Bericht), was sich über 1,5 Jahre hinzog, ich denke mal, Olli hat nicht solange, zumal er ja bereits seit einem halben Jahr diese eindeutigen Alterserscheinungen hat.

  • Oh, liebe Schwester S. das mit deinem Olli ist bestimmt eine sehr schwere Erkenntnis und schmerzt dich bestimmt sehr. Du hast dein gesamtes Fachwissen bei ihm angewendet und es ist schon erstaunlich wie lange du ihn am Leben gehalten hast.:blumen:Ich glaube es trifft einen immer doppelt, wenn man merkt, es geht zu Ende. :abschied:  :trauer:

    Jedoch hast du auch sehr viel in deinen Forum hier oder damals bei vielen Wellibesitzern Mut gemacht, um sich mit deren Leid ihrer Wellis, die mit dieser Erkrankung sich herumquälten, auseinanderzusetzen und mit guten Tipps geholfen.:respekt:

    :wiederbelebung:

    Ich weiß nur zu gut, wie es ist, wenn man tut und macht, um seinen so geliebten Spatz immer wieder auf die Beine zu helfen. Dann ist natürlich auch der Zeitraum gekommen, wo du loslassen musst. Es ist schon erstaunlich, wie alt er geworden ist. Er hat bestimmt ein schönes Leben bei dir gehabt. Auch wenn es dann und wann mal mit diesen Behandlungen einherging.

    Wenn ich so daran denke, wir bekommen auch schon mal Wellis wo wir nicht wissen wie lange sie schon kämpfen ohne fachkundige Hilfe. Wir haben ja im letzten Jahr auch 2 Wellis (Nico+ den Martin)auf so eine Art verloren und den Kampf gegen die Megas somit auch. :trauer:


    Fühle dich gedrückt und ich schicke dir Kraft für die letzte Zeit mit ihm. :erdrück:

    GLG Dieter + Angelika und die Rheinländer

  • Nun muss ich zugeben, mit Megas zum Glück bisher keine Erfahrung gemacht zu haben. Ich wage mich dennoch zu sagen, dass man sich bei den alten Wellis auch irren kann. Mein Leopold dürfte 10 Jahre alt sein, er kam 2015 mit drei Jahren zu mir.

    Im letzten Sommer, der nicht mal sonderlich heiß war, war er so schlecht dran, dass ich sicher war, er würde bald gehen. Er legte sich platt aufs Sitzbrett, er hatte Verdauungsprobleme, putzte sich kaum. Ich verschaffte ihm Abkühlung, gab verdünnten Fenchel-Kamillen-Tee und nach einigen Tagen ging es ihm wieder besser. Man glaubt es kaum, aber er kommt an manchen Tagen gern raus, lässt sich kraulen, fliegt und landet unsanft.

    Es ist wie bei alten Menschen - mal geht es ganz gut, dann kommen wieder Tiefpunktphasen.


    Ich wünsche Dir, dass Deine tiefe Bindung und die Medis Deinem Olli das Leben erleichtern und er dann doch noch eine gute Zeit leben kann.

    • Offizieller Beitrag

    Danke für eure Antworten.


    Heute geht es ihm auch wieder besser. Ich vermute mal, dass Vögel im Alter einfach empfindlicher sind und auch etwas wehleidiger reagieren. Olli hatte gestern wahrscheinlich zuviel Mariendistel erwischt. Ich gebe ihm das meistens während einer Ampho-Kur. Mariendistel kann zwar leber-regenerierend sein, kann aber leider auch wegen der Bitterstoffe den Magen irritieren.


    Aber das mit dem Altern stimmt, er ist im gesamten langsamer geworden, hat kaum noch Interesse an anderen Dingen, ruht sich zwischendurch immer öfter aus. Das kann sich natürlich hinziehen, bei Robby hat es sich auch lange hingezogen, bis er überall Gichtknoten bekam und seine Nieren kurz vor dem Versagen waren. Ich habe ihm weitere Schmerzen und ein Organ-Total-Versagen erspart, und ihn einschläfern lassen.


    Bin mal gespannt, was es letztendlich sein wird, woran Olli stirbt, meistens ist es ja damit verbunden, dass ein Organ den Geist aufgibt, die wenigsten Wellis fallen einfach tot von der Stange und hatten vorher nichts.

  • Ich habe einige Deiner Beiträge zu Robby gelesen. Es war sicher keine leichte, aber eine gute Entscheidung, ihn zu erlösen.

    Alte Wellensittiche vertragen auch einiges an Frischkost nicht mehr gut. Leopold bekommt Verdauungsprobleme nach Gurke und Basilikum, Möhren gehen noch ganz gut. Bonnie hingegen lebt mit ihren 9 Jahren seit einigen Wochen wieder auf, seit sie mit Rübe verpaart ist und leider sogar Eier legte. Inzwischen wehrt sie ihn ganz gut ab und verkrümelt sich zum Fridolin.

    Ja, wenn sie nicht gerade einen Unfall oder Herzanfall erleiden, fallen sie nicht einfach um. Ich war so dankbar, dass mein alter Nymphensittich Carlo mit 25 1/2 Jahren tatsächlich im Sitzen für immer eingeschlafen ist, nachdem wir uns Tage vorher bereits voneinander verabschiedet hatten.


    Hier soll es aber um Deinen Olli gehen. Du bist achtsam und wirst wissen, wann die Zeit gekommen ist, ihn gehen zu lassen.

    • Offizieller Beitrag

    Am meisten Sorgen macht mir sein Tumor an der Kloake, es wächst leider. Er hatte das vor ca. zwei Jahren schon mal gehabt, aber dann bekam er wieder einen Megaschub und hat abgenommen, danach war auch der Tumor kleiner.


    Wellensittiche neigen nun mal zu Tumore und Lipome. Da ich meine Wellensittiche nicht operieren lasse, weil mir das Risiko zu groß ist und Olli jetzt mit fast 9 Jahren das kreislaufmäßig sowieso nicht überstehen würde, bleibt mir nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass das Teil wieder schrumpft oder nicht weiter wächst. Aber ich denke mal, dass wird früher oder später sein Todesurteil werden.


    Sollte es soweit sein, dass er sich daran herumpickt oder er keinen Kot mehr absetzen kann, lasse ich ihn einschläfern. Ich möchte nicht, dass er sich herumquält.

  • Man kann geteilter Meinung sein, was das Operieren von Wellensittichen und anderen Vögeln betrifft. Ich habe zwei Mal ein Tier beim TA verloren - eine Nymphensittich-Henne und eine Wellensittichhenne, die jeweils während bzw. nach einer eingehenden Untersuchung verstarben. Seither halte ich es wie Du Schwester S.

    Ob es in jedem Fall die richtige Entscheidung ist, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass meine Wellis sehr ortsgebunden sind und allsamt aneinander hängen. Mein alter Leopold (10) und meine Bonnie (9) würden die Aufregung beim TA ganz sicher nicht verkraften.

    Ich denke, Dein Vorhaben klingt vernünftig.

  • Wenn ich noch ergänzend schreiben darf: meine Daisy ist recht jung an so einem Gewächs neben der Kloake gestorben.

    Ich habe damals vor 4 Jahren lange überlegt, ob eine OP ihr helfen könnte. Dieses Gewächs schrumpfte sogar, um dann einige Zeit später mit einer Wucht erneut zu wachsen. Sie nahm aber bis zum letzten Morgen Anteil am Schwarmleben, wollte sogar - schon arg geschwächt - noch mit ihrer geliebten Rolle spielen. Ihr Partner kümmerte sich rührend. Sie starb in meiner Hand.


    Olli hat nun schon ein längeres und sicher gutes Welli-Leben hinter sich. Er verdient es ebenso, friedlich und ohne Schmerzen zu gehen.

    • Offizieller Beitrag

    Mein alter Leopold (10) und meine Bonnie (9) würden die Aufregung beim TA ganz sicher nicht verkraften.

    Genau diese Erlebnis hat ein Schock in mir ausgelöst. Ich war damals mit meinen Freddie beim Tierarzt, er wurde in die Hand genommen untersucht und dann wollte der Tierarzt ihn mit einen Stethoskop abhören. Freddie bekam schockgeweitete große Augen, zappelte und verstarb in der Hand der Ärztin. Er war auch etwas über 8 Jahre alt.


    Dann scheint es bei Olli genauso zu laufen wie bei deiner Daisy. Ich rechne über kurz oder lang damit, dass er nicht am Altern stirbt, sondern an seinem Tumor.

  • So wie Dein Freddie erging es meiner Nymphensittich-Henne Sheila. Der TA hielt sie in seiner Hand und ich konnte sehen, wie sie ihre Augen verdrehte, das Köpfchen wegsackte und sie verstarb. Meine Molly, eine Standard-Wellensittichhenne, verstarb nach dem Röntgen beim TA. Die Aufregung war für das Dickerle zu viel. Das liegt jetzt beides viele Jahre zurück, hat aber einen bleibenden Eindruck, Skepsis und große Sorge bei mir hinterlassen.

    Damals war ich unerfahren - der verbliebene Nymphensittich-Hahn kreischte sich eine Woche bald die Seele aus dem Leib, kam zu meiner Mutter, die da nebenan wohnte und pfiff dann noch 2 Jahre den River Kwai-Marsch den ganzen Tag über. Er akzeptierte keine neue Partnerin, war völlig kirre geworden. Wenn heute ein Vogel verstirbt, dürfen die Artgenossen/Freunde Abschied nehmen.


    Ob Olli an einem Tumor verstirbt oder an den belastenden Bedingungen, die so eine Krankheit mit sich bringt, kann man nicht vorhersagen. Ich glaube, falls der Tumor wieder auftaucht, wäre es in seinem Alter gnädiger, er würde schnell an einer Herzattacke sterben.

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube, es ist bald soweit, ich kann es kaum fassen. Der Tumor ist schon wieder größer geworden.


    Olli muss sich unglaublich anstrengen, um Kot abzulassen, es kommt nur noch ein dünner Strang heraus, sein Kot ist nicht mehr geformt. Das er Schwierigkeiten beim Koten hat, ist mir gestern schon aufgefallen, aber ich habe den Eindruck, der Tumor wächst jetzt jeden Tag um einiges. Bald geht gar nichts mehr.


    Ich müsste ihn eigentlich einschläfern lassen, bevor er leidet, aber Olli ist sehr ängstlich. Er ist so der Typ, dass er vor lauter Angst an Herzversagen stirbt, wenn die Ärztin ihn fängt und in der Hand hält. Bis die Spritze gesetzt ist, stirbt er schon einen Herztod. So einen Schock, so einen angstvollen Tod möchte ich ihn nicht zumuten, andererseits möchte ich ihn auch keine endlose Qual zumuten. Was mache ich nur?


    So einen Herztod beim Tierarzt habe ich schon mal erlebt, bei Freddie. Es war ein schrecklicher Anblick und ich habe es mir nie verziehen, dass ich mit ihm zum TA gegangen bin. Denn Freddie war auch so um die 8 Jahre alt, er war friedlich, hatte keine Schmerzen, nur sein Herz war schwach. Er hat sich von uns noch verabschiedet, ganz lieb geguckt und sogar noch leise gezwitschert, laut ging nicht mehr. Freddie wusste, dass es Zeit war und er wollte im Kreise seiner Lieben sterben und was mache ich? Schleppe ihm zum Tierarzt und setze ihn großer Angst aus, woran er stirbt. Das soll Olli nicht passieren. Eigentlich ist er vom Kopf noch gut dabei, ist immer noch sehr aufmerksam.


    Ich habe mir so gewünscht, dass Olli einfach ruhig einschläft.

  • Es tut mir sehr leid, dass es Olli nun schlechter geht wegen des wuchernden Tumors. Ich habe so eine Situation ja durch.

    Du stehst vor einer schweren Entscheidung. Wäre es möglich, dass der TA zu Dir nach Hause kommt, wenn Du siehst, dass Olli leidet und seine Zeit gekommen ist? Dann wäre er in seiner vertrauten Umgebung und wahrscheinlich nicht so ängstlich.

    Vielleicht wird er aber doch noch erlöst und schlummert für immer ein.

    Und bitte, mache Dir nicht ständig Vorwürfe wegen Freddie. Wir alle lernen ständig aus unseren Erfahrungen und aus Handlungen, die wir später als überstürzt ansehen. Letztendlich können wir nicht ändern, was gewesen ist.

    Ich denke an Olli und Dich und sende liebe Grüße❤

    • Offizieller Beitrag

    Dankeschön Budgies... Ich glaube kaum, dass die Tierärztin zu mir nach Hause kommt wegen einer Todesspritze, weil sie es damals schon nicht gemacht hat. Ich musste letztes Mal bei Lenny, dem es plötzlich schlecht ging und so seltsame Zuckungen bekam, zur Praxis fahren, die Tierärztin ist extra zur Praxis gekommen, da es Samstag nachmittag war und hat ihn eingeschläfert. (Lenny hatte PBFD, war fast komplett nackt und zum Schluss brachen an mehreren Stellen Xanthome aus, seine Nieren fingen an zu versagen) Und jetzt während Corona ist das alles noch komplizierter geworden.


    Ich hatte nur wenige Vögel, die älter als 8 Jahre alt wurden. Gealtert sind sie fast alle gleich, sie wurden ruhiger und hatten weniger Interesse am Spielen, Fressen war dafür aber wichtiger. Die letzten 6 Monate ging es dann rapide bergab, also man konnte während der 6 Monate vor deren Tod ahnen, dass es bald soweit ist. Gestorben sind sie an unterschiedlichen Sachen, ich denke mal, dass in den meisten Fällen ein Organ nach dem anderen seine Funktion einstellt oder fast einstellt. Bei Olli wird ihn dieser Tumor umbringen.


    Chico - 9 Jahre

    Micky - 12,5 Jahre

    Freddie - 8 Jahre

    Konny - 8 Jahre

    Robby - 13 Jahre

    Olli - fast 9 Jahre (Schlupftag war der 28. April)

  • Das mit dem Tierarzt nach Hause kommen geht wohl im Moment überhaupt nicht. Schon wegen Corona. hast du wenigstens Metacam bei dir, um ihm die Schmerzen zu nehmen? Denn dann ist er wenigstens nicht so ganz bei Bewusstsein. Wir haben bei uns immer so eine Flasche für den fall der Fälle, sodass er wenigstens nicht mehr so viel mitbekommt. Wenn du es genau zeitlich abstimmst, und du keine Lücke dazwischen lässt, kann der Olli bestimmt schmerzfrei ins Hirseland fliegen. :troest: Wir haben es auch schon mal so gemacht weil wir nicht zum TA kamen wg Weihnachten. Der Vogel hat es sehr gerne angenommen und ist dann nach 10 Tagen eingeschlafen. :abschied:

    • Offizieller Beitrag

    Wenn du es genau zeitlich abstimmst, und du keine Lücke dazwischen lässt, kann der Olli bestimmt schmerzfrei ins Hirseland fliegen. :troest: Wir haben es auch schon mal so gemacht weil wir nicht zum TA kamen wg Weihnachten. Der Vogel hat es sehr gerne angenommen und ist dann nach 10 Tagen eingeschlafen. :abschied:

    Wie meinst du das? Kannst du mir einen Tipp geben und es mir genauer erklären? Ich müsste dann nur noch meine Tierärztin davon überzeugen, dass sie mir Metacam gibt, ohne Olli in die Hand zu nehmen oder bekommt man das Medikament auch irgendwie anders?

  • Die meisten TÄ geben das Metacam heraus wenn sie einen kennen und dem Vogel Leid ersparen möchten. Das Metacam bekommst du nicht mehr online vielleicht über Holland, sollte sie es dir nicht geben. Man fängt mit 1 Tropfen an der Tropfen sollte klein sein mit einer Kanüle kannst du den Tropfen kleiner machen 2 x tägl. wenn du merkst, es geht ihm sichtlich besser kannst du den tropfen auch größer machen, die Häufigkeit solltest du jedoch beibehalten. sollte seine Leber schon in Mitleidenschaft gezogen worden sein, wird er es nicht lange brauchen und schläft sehr viel mehr, dann ist auch der Zeitpunkt nahe, dass sie versagt. Das Metacam nehmen die Vögel sehr gerne, es scheint zu schmecken, du musst ihm es jedoch mit der Spritze geben, den Tropfen oben auf der Spritze zum Ablecken kannst du auch machen, wenn er merkt, es hilft ihm. Wenn du es zu schnell machst, ist er schon skeptisch. Also trainiere wenn du noch das Gefühl hast er hat noch Zeit es zu nehmen. Lasse dir eine Flasche verschreiben von deiner TÄ. :nicken::troest:

    Meloxicam ist der Wirkstoff 0,5 ml

    Einmal editiert, zuletzt von Dieter01 () aus folgendem Grund: ergänzen

  • Das wäre natürlich eine gute Lösung, wie Dieter01 sie beschreibt. Hoffentlich bekommst Du das Medikament.

    Ansonsten würde ich beim TA fragen, was Du alternativ geben kannst, um Olli den Übergang zu erleichtern. Tiermedizin bieten auch Apotheken an, vielleicht gibt es ein rezeptfreies Medikament, das eine ähnliche Wirkung hat.

    Daisy entschlief innerhalb weniger Tage, nachdem sich ein schnell wucherndes Rezidiv gebildet hatte.

    Diese schwere Tumorerkrankung ist für einen so kleinen Organismus sehr belastend.

    Sie wurde leider nur 3 1/2 Jahre alt. Insofern haben Deine Wellensittiche doch die durchschnittliche Lebensdauer erreicht.

    Eigentlich ist es ja immer zu früh, wenn man so an den Tieren hängt.

    ??

    • Offizieller Beitrag

    Und wieder ist Olli ein ganzes Stück gealtert. Er hat kaum noch Kraft. Vorhin ist er ein Mini-Stückchen geflogen und war danach unsagbar müde und hat geplustert. Er ist jetzt sowieso ständig leicht geplustert.

    Aber ein Tag in unserem Leben entspricht ca. 7 Tage beim Wellensittich, 1 Woche entspricht 7 Wochen ... tick tack....


    Sein Tumor wird immer dicker. Es stört ihn jetzt. Außerdem riecht sein Kot säuerlich, da er mit seinem Schnabel auch am Popo herumputzt, riecht auch sein Schnabel danach. Er ist nun mal alt. In dem Stadium kann man das Altern nicht mehr aufhalten oder verlangsamen, da er dem Tode näher ist als dem Leben. Und einen alten Wellensittich schleppe ich auch nicht mehr zum Tierarzt, es sei denn er leidet und muss erlöst werden. Wunder gibt es nicht. Er ist nicht krank in dem Sinne, obwohl Altern ja gleichbedeutend mit Kranksein ist, aber Altern geht mit Absterben von Zellen und im Endstadium oft damit einher, dass ein Organ oder mehrere ihre Funktion teilweise einstellen oder ganz einstellen.


    Auch Ollis Herz ist nicht mehr das Beste, das sagt mir sein sehr dunkel gewordener Schnabel. Die Farbe ist ein sehr dunkles Grau-Beige, das fing aber schon vor einem halben Jahr an (im Sommer war er noch gut drauf, im Herbst fing es an). Da merkte ich ganz kleine Anzeichen, da fing auch sein Tumor wieder an zu wachsen. Aber dann hat er einen Schuss bekommen, als ob er um viele Jahre auf einmal gealtert ist.


    Für mich immer wieder ein Wunder, dass er trotz jahrelanger Mega-Erkrankung und mehrmals im Jahr stattfindende Ampho-Behandlung überhaupt so alt geworden ist. Aber der Körper vergisst nichts, weder die Megas, die er ständig hatte, noch die Ampho-Gaben....


    Manch einer lebt nicht so lange damit, aber Olli war immer ein Kämpfer. Wie oft habe ich gesagt, er schafft es nicht mehr, wenn er wieder einen Megaschub hatte, nicht fressen wollte, abnahm und dick aufgeplustert und in sich zusammen gesunken da saß. Kein Interesse an seinen Kumpels hatte. Ich habe ihn dann oft auf meine Hand genommen, er hatte eiskalte Füßchen und es war schon, wie nach ein paar Minuten seine Füßchen richtig schön warm wurden, obwohl er krank war, tat es ihm gut.


    Und plötzlich nach 7 Tagen schlug das Ampho an und es ging ihm besser, um 4 Wochen nach Therapie-Ende wieder einen neuen Schub zu bekommen. Ja, das war Ollis Leben: Fast alle 4 Wochen gab es einen Rückfall. Während die anderen Wellis spielten und das Leben genossen, ging es Olli nicht gut, er fror ständig und er fühlte sich schlecht, da es auch zu Gasbildung im Verdauungsbereich kam. Ich habe dann immer alles gegeben, mir Gedanken gemacht, was ich ihm noch Gutes tun kann. Er bekam dann zusätzlich zur Ampho-Gabe oft Nux vomica, da merkte man sofort, dass es ihm danach etwas besser ging.


    Im Sommer ging es ihm meistens besser. Fing so im Mai an und ging bis September, dass er keinen Megaschub hatte. Also im Grunde genommen hatte er pro Jahr 3 bis 4 Schübe. Das war sein Leben, immer nur kämpfen und durchhalten.


    Und jetzt: Das Ende naht. Ich glaube nicht, dass er noch 14 Tage schafft. Habe ihm zwar noch mal Prime bestellt, weil das meine letzte Hoffnung ist, dass er Aminosäuren im Alter braucht, für die Leber wäre das nicht schlecht und sein geschwächtes Herz, aber es ist nur eine schwache Hoffnung.


    Schade, ich habe mir so gewünscht, dass er die 9 Jahre voll macht. 8 Jahre und 10 Monat hört sich so blöd an, 9 Jahre wäre vollständig. Ich habe mir auch so gewünscht, dass er noch den Frühling etwas miterlebt, denn die Sonne hat ihm immer sehr gut getan, er lebte dann meistens auf. Aber wenn es kalt ist, kann ich ihn eh nicht auf die Terrasse stellen. Ob mein letzter Wunsch noch in Erfüllung geht und er ein paar Tage Frühling noch draußen erlebt? Diese Freude gönne ich ihm, die frische Luft, das Zwitschern der Vögel, der blaue Himmel, die wärmenden Sonnenstrahlen. Oder der Wunsch, dass er noch den 28. April (sein ungefährer Schlupftag) schafft?


    Ich nehme jetzt schon jeden Tag von ihm Abschied. Es ist ja nicht so wie sonst, dass ein mitten im Leben stehender Wellensittich plötzlich aus heiterem Himmel krank wird und stirbt, was ja meistens einen Schock in mir auslöst. Ich weiß, dass er bald geht und er ein einigermaßen schönes Leben hatte und seine Tage nun mal gezählt sind.


    Aber ich bin nun mal traurig, auch wenn es der Lauf der Dinge ist, ich sehe, wie er kaum noch Kraft hat und er nur kurz etwas macht und dann wieder plustert und ruht.

  • Weißt Du Schwester S. , knapp 9 Jahre sind auch gut.

    Ich kann das, was Du schreibst, so gut nachempfinden, da ich zwei Wellis habe, die in Ollis Alter sind.

    Manchmal frage ich mich, ob ein plötzlicher, unerwarteter Abschied sich besser anfühlt als ein langer.

    Erträglich ist ein langsamer Abschied nur, wenn derjenige, der gehen muss, nicht zu sehr leidet, ganz gleich, ob Mensch oder Tier.

    Ja, es wäre sicher schön, wenn Dein Olli noch den Frühlingsanfang erleben würde, aber Du bist so vernünftig, ihn loszulassen, wenn er gehen will.. Denke daran, dass ihr es zusammen mit viel Liebe und Medizin viele Jahre bis heute geschafft habt.

    • Offizieller Beitrag

    Heute geht es ihm etwas besser als gestern. Ich bin ja immer froh, wenn es ihm mal einen Tag gut geht. Viel Hoffnung mache ich mir dennoch nicht, ich habe seit 50 Jahren Wellis und kenne das nur zu gut. Es geht ihnen schlecht und schlechter und dann haben sie mal wieder einen guten Tag dazwischen, es hat nicht viel zu sagen und ich möchte mir auch keine Hoffnung mehr machen.