Beiträge von Wundervogel

    @ Budgiemommy,


    Die Aborigines verehren den Wellensittich auch in ihrer Naturreligion, speziell im Budgerigar-Dreaming. Verschiedene Stämme bewahren dieses Wissen und geben es an alle anderen weiter. Bei der Initialisierung am Ende der Jugendzeit, wird bei vielen Stämmen nur dann ein Jüngling zum Krieger, wenn er den Prüfungen des Budgerigar-Dreamings gerecht wird. Dazu gehört es beispielsweise, die Umgebungskarte von 200 Meilen zu tanzen. Dieser Tanz und das Wissen zum Wellensittich bewahrt den Krieger vor tödlichen Hunger und Durst, wenn ihm die Orientierung verloren gegangen ist.

    Der Wellensittich wird auch von den Weisen der Aborigines als Vogel der Klugheit, des Friedens und der Verständigung gewertet. Und er ist der Wundervogel des trockenen Outbacks, denn er sei der einzige Vogel im Outback, der vorher weiß, wo und wann es regnet, und damit die Umgebung zum Leben erwacht.

    So nutzen die Aborigines den Wellensittich wahrscheinlich schon 60000 Jahre als Zeigertier zum Überleben, wenn in der lebensfeindlichen Umgebung des Oufbacks der Tod durch Hunger und Durst droht.

    Wir Europäer kennen so etwas nicht, aber die Aborigines erlebten solches regelmäßig mehrfach in ihrem Leben.

    Und wenn die Wellensittiche hoch in den Himmel fliegend kreisen und dann fast unsichtbar werden, dann wird es Zeit einen Brunnen im nächsten Creek zu graben.


    Liebe Grüße

    wundervogel

    @ anfrea


    Der Wellensittich-Stern ist übrigens Kappa-Scorpius, einer der Sterne im Schwanz des Skorpion-Sternbildes. Er ist mit bloßem Auge gut am südlichen Sternhimmel erkennbar.

    Die Aborigines nennen in für gewöhnlich "Gidjirrigaa". Das ist eine stammesübergreifender Begriff der Aborigines für den Wellensittich. Die Aborigines hatten um 1800 noch etwa 700 Stämme bzw. Völker mit etwa 300 verschiedenen Sprachen und etwa 800 Dialekten. Gidjirrigaa oder lautähnlich heisst der Wellensittich bei den allermeisten Stämmen.

    Der häufig genannte Begriff "Betcherry 'gah" oder ähnlich, aus dem sich später das englische Wort "Budgerigar" für den Wellensittich abgeleitet hat, stammt aus dem ersten sich gebildeten Pitch-in-Australoenglisch in New Holland bzw. New-South-Wallis nach 1788. Mit diesem Pitch-in verständigten sich die Europäer und die Aborigines untereinander. Kein Aborigines verwendet Betcherry gah in seiner Heimatsprache für den Wellensittich!


    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und später eine gute Nacht.


    Liebe Grüße

    Wundervogel

    Ich finde es ist etwas besonders Schönes und sehr Wertvolles, ab und an, selten, Menschen zu begegnen, mit denen man sich besonders verbunden fühlt. Dann spürt man bald die daraus entspringen Synergie und plötzlich kann 1 + 1 auch gleich 3, 4 oder fünf sein. Wenn dann noch die gegenseitige Achtung und der Respekt untereinander stimmt, dann kann man Wertvolles schaffen.

    Wenn hier in Deutschland ein etwa 10-jähriges Kind einen Wellensittich in der Hand so sehr zusammendrückt, dass dieser nicht atmen kann, dann ist dieser Vogel nach 1 Minute oder wenig mehr hinüber.


    Umgekehrt stehen die Chancen zum Überleben für Menschen im Lebensraum des Wellensittichs nicht viel besser. Es gibt weite Bereiche im Outback, also dem normalen Lebensraum unseres Wellensittichs, die so lebensfeindlich sind, dass selbst Leute mit Überlebenstraining keine 7 Tage ohne Ausrüstung überleben könnten. Normale Menschen in der Regel keine 3 bis 4 Tage, wenn überhaupt, denn es gibt giftige Getier verschiedener Art.


    Die Aborigines nutzen den Wellensittich schon seit 60 Tausend Jahren als Zeigertier und verehren ihn in ihrer Naturreligion in ganz besonderer Art und Weise. Er hat bei den Aborigines sogar seinen eigenen Stern am Himmelszelt, so sehr wurde er geschätzt und verehrt.


    Der Wellensittich kann, je nach Umgebungstemperatur, lange Zeit ohne Trinkwasser auskommen.

    Bei Temperaturen um 20°C kann er seinen gesamten Wasserbedarf aus dem Stoffwechsel decken.


    Wird Nahrung oder Wasser knapp, dann gehen die alterfahrenen alpha-Hähne auf Höhenflug bis zu mehreren Kilometern. So können Sie den Zustand der Vegetation im Umkreis von 300 km beurteilen und überblicken dabei knapp 2000 km^2.

    Ja. Diese Geschichte ist schon außergewöhnlich, vor allem in ihrer Zeit, als die gesellschaftlichen und politischen Uhren noch ganz anders liefen. Mein späterer Freund, nennen wir ihn Carl, war ein Eigenbrötler und machte als Rentner sein eigenes Ding, abgeschottet auf seinen abgelegenen Hof. Irgendwann hatte er ein Buch des Marquess of Tavistock, dem späteren 12. Duke of Bedford, bekommen und nach dem Lesen dieses Buchs war er begeistert für den Gedanken, seine Wellensittiche frei fliegen zu lassen. Er folgte den Anregungen dieser Literatur, hatte glücklicherweise die erforderlichen Voraussetzungen an Grund und Boden und kopierte Bedford's Gedankenansatz erfolgreich. Seine Verluste hielten sich anfangs in Grenzen und wurden in der Zucht mehr als ausgeglichen. Einige Jahre später änderte sich die Situation, weil sich einige Falken etablierten.

    Wellensittiche frei fliegen zu sehen, veränderte mein Bild vom Wellensittich vollständig. Von da an habe ich mich darum bemüht, mehr über die Lebensweise des Wellensittichs im australischen Outback zu erfahren. Der Wellensittich ist auf seine Weise tatsächlich ein Wundervogel, wie er von Kennern immer wieder bezeichnet wird. Und über sein Leben im Outback ist der breiten Masse an Wellensittichfreunden heute kaum mehr bekannt, als zu Zeiten Alfred Brehms.

    Der Mainstream einschließlich dem Tierschutz informiert heute über einen Wellensittich, den es so in der freien Natur überhaupt nicht gibt. Und darin sind auch die Gründe verborgen, dass Wellensittiche nicht mehr alt werden. Wäre jemand bösartig, könnte er behaupten, den Empfehlungen des Mainstreams und Tierschutzes nach wird der Wellensittich heute so gehalten, dass möglichst viel Geld an der Wellensittichhaltung verdient werden

    kann. Ich schreibe dies wieder etwas kryptisch, weil ich hier weder Streit noch Shitstorm provozieren will.

    Es ist meine Meinung, wenn es wem nicht passt, dann möge er lächeln und meinen Text ignorieren.

    Sie sollten herausfinden, wie ihre Körnermischung zusammengesetzt ist.


    Dann sollten Sie ermitteln, "welche Körner - wie gerne" gefressen werden.


    Mit diesen Erkenntnisen können Sie sich Ihr Wellensittichfutter in Zukunft aus Einzelsaaten selbst mischen.


    Dies ermöglicht sowohl den jahreszeitlichen, als auch den witterungszeitlichen Futterwechsel, ganz so, wie in der Natur.


    Außerdem ermöglichen Ihnen diese Kenntnisse, das Körpergewicht Ihrer Wellensittiche zu beeinflussen und Verfettung aktiv entgegen zu wirken.


    Das Lieblingsfutter fressen Wellensittiche in Gefangenschaft nicht selten bis zur Flugunfähigkeit.


    Das 3. oder 4. liebste Futter dagegen nur, um den größten Hunger zu befriedigen.


    So können Sie die unnötige Verfettung Ihrer Wellensittiche verhindern und deren Gesunderhaltung beeinflussen.


    Haben Sie keine Angst vor der Aussage, Wellensittiche müssten ständig Nahrung aufnehmen, wegen des schnelleren Stoffwechsels.


    Bis heute ist kein gesunder Wellensittich bei gefüllten Futternapf gestorben und auch keiner, der 24 Stunden nichts gefressen hat.

    Ich habe meinen ersten Wellensittich als viel zu kleines Kind vor einigen Jahrzehnten auf dem Rummelplatz anlässlich eines regionalen Feiertags gelost. Ich wollte eigentlich eine Trillerpfeife, durfte aber nur ein Los für 20 Pfennig kaufen und das war der Hauptgewinn:


    Ein adulter dunkelgrüner Wellensittichhahn samt großen Käfig, Zubehör und 5 kg Wellensittichfutter.

    Meine Eltern hatten also allerhand zu tragen.


    Meine Eltern haben den Vogel mit anderen versorgt bis ich etwa 10 Jahre alt war, ab da war es meine Aufgabe.


    Jahre später habe ich die Wellensittiche nicht mehr selbst versorgen können und diese Aufgabe ging zurück auf meine Eltern.


    Dieser Vogel wurde 17 Jahre alt und starb ohne äußerlich erkennbare Schwäche und fiel einfach zu Boden.


    Immer wenn ich zu Hause war, erweckte Hansi, so hieß er, mein Interesse als Schüler, Student oder Naturwissenschaftler.

    Seltsamerweise hab ich bis heute sehr viele "Bilder" von und mit ihm im Kopf.


    Ich glaube, dass dieser Wellensittich ein Umstand war, der mein Leben initial so beeinflusst hat, dass ich später Wellensittiche gezüchtet und erforscht habe.

    Und er war wohl auch der Weichensteller dafür, dass ich neben den Naturwissenschaften in der Fliegerei meine Berufung fand.


    An einen der schlimmsten Tage in meinem Leben dann, wollte es der Zufall oder die Vorsehung, dass ich vollkommen unverhofft auf freifliegende Wellensittiche traf.

    Als ich mit fast schon ein wenig krimineller Energie den Halter diese Fluges ausfindig machte, begann eine lange Freundschaft, die mich lehrte, wie man Wellensittiche auch offen halten kann.

    Ein Eigenbrötler in Sachen Wellensittichhaltung, der dem Duke of Bedford folgte, und mehr über Wellensittiche wusste, als jeder andere Mensch, den ich jemals kennengelernt habe.


    Wellensittiche können unser Leben sehr schön machen und bereichern.

    Wellensittiche sind im Dickdarm mit Bakterien besiedelt, welche eine ganze Reihe wichtiger Vitamine synthetisieren. So die Vitamine K2, B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und auch B12. Beim Entzug des Wassers aus dem Kot im Dickdarm werden, bis auf eines, diese Vitamine in den Stoffwechsel des Wellensittichs aufgenommen. Die Ausnahme ist das Vitamin B12. Dieses ist zu groß und kann nicht durch die Darmwände des Dickdarms aufgenommen werden. Das Cobolamin (B12) ist ein essentielles Vitamin, was für die Blutbildung, das Nervensystem, die Zellteilung und den Energiestoffwechsel unerlässlich ist. Es enthält ein zentrales Cobalt-Atom mit besonderer Reaktionsfähigkeit und existiert in mehreren Varianten im Stoffwechsel des Vogels. Vitamin B12 kommt fast nur in tierischer Nahrung vor und wird in der Leber des Vogels auf Vorrat gespeichert. Um dieses wichtige Vitamin aufzunehmen, was im Darm entsteht, fressen Wellensittiche ihren Kot. In der Magenschleimhaut des Vogels gibt es Drüsen, welche das Glykoprotein IF (Intrinsic Factor) absondern. Dieses Glycoprotein bindet B12, schützt es vor Zerstörung und bringt es bis zum Ende des Dünndarmes (terminales Ileum). Dort wird der Intrinsic Factor mitsamt des in ihm gebundenen Vitamin B12 in den Stoffwechsel aufgenommen. Wenn man sich diesen Mechanismus durchdenkt, erkennt man, das die Evolution auch hier eine bemerkenswerte Lösung geschaffen hat, das Leben zu bewahren. Dabei werden oft besondere Wege gegangen, wie hier die Verwendung von Kobalt im Reaktionszentrum des Vitamins B12 zeigt.

    Das Fressen des Kotes ist für Wellensittiche nichts so ungewöhnliches. Sie müssen sich da keine Sorgen machen, solange keine kranken Vögel in der Haltung sind.

    Wellensittiche nehmen aus dem eigenen Kot bzw. dem der Artgenossen wichtige Stoffe auf, die ihrer Gesunderhaltung dienen. Am bekanntesten darunter ist das im Darm der Wellensittiche entstehende Vitamin B12.