Wellensittich Fangmethoden - wie macht ihr das?

    • Offizieller Beitrag

    Wer länger Wellensittiche hält, kann sicher gut aus seinem Erfahrungsschatz berichten, wie das Einfangen der Wellensittiche bei ihm am besten funktioniert. Hier können alle mitmachen, die Fragen zum Thema haben, aber auch aus eigenen Erfahrungen berichten möchten.


    Habt ihr Ideen, was man besser nicht macht oder was überhaupt nicht funktioniert, schreibt das ruhig.

  • Wenn ich einen meiner Piepser fangen muss, dann mache ich es im Zimmer so dunkel, das ich gerade noch genug sehe, um den Vogel zu erkennen und zu sehen wo er genau sitzt. Dann muss man ihn einfach vom Ast pflücken. Das hat immer super funktioniert und die kleinen scheinen gar nicht richtig zu verstehen, was da vor sich geht. Man muss nur aufpassen, dass man die anderen Kleinen nicht erschreckt und sie unkontrolliert anfangen, alle durcheinander zu fliegen. Sobald ich den betreffenden Vogel habe, wird dann auch gleich wieder das Licht eingeschaltet.

    Natürlich wird sich dabei lautstark beschwert, wer will schon gerne festgehalten werden. ;)

    Mit einem Kescher im Käfig oder dem Vogelzimmer herum zu fuchteln hat bei mir nie funktioniert. Das endet am Ende nur in einer Jagd des Vogels quer durchs Zimmer oder den Käfig und verursacht sehr viel Stress bei allen Beteiligten.


    Oder man gewöhnt die kleinen Piepser von Anfang an an die Hand und sie kommen dann freiwillig und lassen sich in einen Transportkäfig oder so setzen. Meine Wellis freuen sich da dann immer schon auf ein bisschen Kolbenhirse zur Belohnung, wenn wir sowas üben. Das Ganze mache ich mit allen meinen Vögeln regelmäßig. Leider lassen sich noch nicht alle auch herumtragen, sobald sie auf der Hand sitzen. Es scheint sehr gefährlich zu wirken, wenn sich die Hand plötzlich anfängt zu bewegen ^^^^

    Aber das bekomme ich irgendwann auch noch hin :S

    • Offizieller Beitrag

    Wenn man damit rechnet, dass man früher oder später seine Vögel zwecks Behandlung oder Untersuchung einfangen muss, kann man im Vorfeld schon üben. Das Fangen und kurzzeitige in der Handhalten dann aber mit einer Belohnung verbinden (Kolbenhirse oder sonstiges Leckerli). Dann verbinden die Vögel das Unangenehme mit dem Angenehmen. Und wenn es dann mal wirklich nötig ist, dann hat man es leichter.

  • Meine steigen zwar nicht auf die Hand oder auf die Schulter usw. Aber sie lassen sich Kraulen, fressen aus der Hand und sie lassen sich auch ohne Widerstand oder Flucht (außer sie haben wirklich schlechte Laune ^^) mit der Hand zum Krallen schneiden oder Tierarztbesuch herausnehmen. Das Vertrauensverhältnis so aufzubauen war aber viel Zeit und Mühe. Ich bin der Einzige bei denen sie sich so verhalten. Vor Fremden haben sie Angst. Meine Frau lassen sie ab und zu mal an sich ran, aber auch nur selten ^^

  • Viele Tierärzte usw. sagen man soll Handschuhe tragen oder ein Zewatuch nehmen zum Fangen. Das finde ich, ist ein großer Fehler! Den der Vogel spürt auch die Wärme der Hand. Wenn er das mit "gutem" bzw. Hilfe für ihn verbindet, wird es mit der Zeit auch einfacher. Jeder Welli hat einen eigenen Charakter. Bei manchen dauert es Jahre, bei anderen nur 2 Wochen, bis sie zutraulich werden. Wichtig, die Tiere nicht drängen! Ihr müsst sie von euch überzeugen, Vertrauen aufbauen. Das ist der längere, aber bessere Weg. Mit Käscher einfangen finde, ich ist schon fast Tierquälerei und geht gar nicht.

  • Ich habe nicht mal einen Käscher in meinem Besitz, frage mich aber immer wieder, ob das so gut ist, wenn mal wirklich Eile im Notfall geboten ist (zb wenn es brennen würde). Was sagt ihr, soll ich mir für solch einen Fall vorsichtshalber einen zulegen?


    Abdunkeln ist auch hier bei uns die erste Wahl im Normalfall, wobei ich dann, wenn ich sie in der Hand habe, immer Angst habe, ihnen weh zu tun, auch wenn ich sie in einem sicheren Griff habe. Zita und auch früher Franzl sind ja diejenigen, die sich sofort mit dem Schnabel wehren. Sissy ist eher diejenige, die strampelt und versucht sich rauszuwinden. Sir Charles weiß meist nicht, was er als erstes tun soll. Zubeissen, strampeln oder lauthals schimpfen.

    Wie geht es euch da mit euren Lieblingen, wenn ihr sie länger festhalten müsst?


    Bei Zita hatte ich gleich nach dem Einzug die Notwendigkeit, sie zu unserer vogelkundigen Tierärztin zu bringen, da sie sofort am zweiten Tag Dauerdurchfall hatte und sich die Federn am Popo ausgerupft hat. Hab dann auf Wunsch der TA gleich alle 4 mitgenommen. Bei allen war alles okay, auch die Kotprobe, es dürfte wahrscheinlich wirklich der Umzugsstress und die Futterumstellung gewesen sein. Für 5 Tage sollte ich ihr jedoch mit einer kleinen Minispritze ein zähflüssiges Medikament in den Schnabel geben. Inzwischen ist alles super, aber die Tatsache, kaum dass sie da war gleich fünf Tage hintereinander einzufangen und einem Vertrauensaufbau erst gar keine Chance zu geben, hat mich echt befürchten lassen, dass sie mir das eventuell nie verzeihen wird. Aber sie war soooo tapfer und hat sich beim zweiten Mal schon ihrem Schicksal ergeben und sogar die Spritzenöffnung abgeschleckt. Am dritten TAg war dann auch der Durchfall vorbei, und kam auch nach dem Absetzen des Medikaments nicht wieder.

    Inzwischen (seit ihrem Einzug im August) kommen Zita, Gyula und Sir Charles mit Unterstützung von Kolbenhirse auch auf meine Hand. Den Anfang machte Gyula und was der kann, können die beiden anderen auch ;) . Nur Sissy ist da noch etwa schüchterner, sie kommt zwar sofort her und knabbert mit langem Hals, legt auch mal ein Füßchen auf meinen Finger, so als wollte sie ihn festhalten, damit ich nicht abhaue, aber ein Beinchen muss auf der Stange bleiben. Sie ist dafür die chilligste, wenn ich blöderweise IN den Käfig greifen muss und lässt mich auch im hellen sehr nah an sich ran.

  • Wir fangen unsere auch im Dunkeln im Kaefig. Meistens versuchen wir nur den betroffenen Vogel im Kaefig zu haben um die anderen nicht so sehr zu stressen. Inzwischen klappt das ganz gut (ein Glueck sind wir schon ueber ein halbes Jahr darum herumgekommen).

    Unsere zwei Damen beissen dann auch immer heftig zu, kann ich ihnen aber nicht uebel nehmen. Leider fliegen Bingo und Cooky immer los wenn das Licht ausgeht, sie wissen einfach es wird was passieren, ein Glueck bin ich inzwischen ziemlich gut und es ist nur ein ganz kurzes hin und her. Barry und Lilly kann ich dagegen einfach von der Stange pflucken.

  • Wir machen alle Vorhänge und die Tür zu- meistens weiß die Bande dann, was kommt…dann hat jeder von uns einen Kescher und wir sprechen dabei mit der Bande, das wir xy haben möchten- wenn xy sich dann unter den Schwarm mischt, sitzt xy ganz schnell alleine da, weil der Rest vom Schwarm wegfliegt. Das dauert nicht lange ( 5 min) und zur Belohnung gibts für alle danach eine Kleinigkeit an Leckerli. Das funktioniert ganz gut und hinterher ist keiner böse.

    Wenn wir viel Glück haben und xy grade im Schlafkäfig sitzt, machen wir schnell alle klappen zu und holen xy raus- das ist allerdings eher selten der Fall ?