Zimmerpflanzen und Sittiche: Sichere und gefährliche Arten für die Vogelhaltung
Viele Zimmerpflanzen im Wohnraum können für Sittiche und Papageien problematisch oder sogar lebensgefährlich sein. Gleichzeitig gibt es einige Arten, die bei richtiger Behandlung keine Gefahr darstellen, wobei grundsätzlich gilt: Zimmerpflanzen sind keine Futterpflanzen.
Grundsätzliche Gefahren bei Zimmerpflanzen
Selbst ungiftige Zimmerpflanzen können zur Gefahr werden, wenn sie direkt aus dem Handel stammen. Diese sind häufig mit Pestiziden, Hormonen und Düngemitteln behandelt, wodurch sich Vögel allein durch diese Substanzen vergiften können. Zusätzlich enthalten handelsübliche Blumenerden Schimmelsporen, in denen Vögel nicht wühlen sollten. Bei allen Pflanzen im Vogelzimmer sollte daher auf künstliche Düngemittel und Pflanzenschutzmittel verzichtet werden.
Ungefährliche Zimmerpflanzen
Zu den ungiftigen Zimmerpflanzen für Vögel gehören mehrere Palmenarten und weitere dekorative Arten. Die Kanarische Dattelpalme, Steckenpalme (Rutenpalme) sind ungiftig. Die Grünlilie gilt als unschädlich, allerdings nicht ihre Blüten. Auch die Bananenpflanze (Musa) und die Pantoffelblume zählen zu den unbedenklichen Arten.
- Calathea (Korbmarante): Gilt im Heimtierbereich überwiegend als ungiftig, wird z.B. für Katzen und Hunde als unbedenklich geführt; wegen möglicher Rückstände aus Anzucht (Pestizide, Dünger) im Vogelzimmer aber trotzdem nur mit Abstand und ohne Knabberkontakt verwenden.
- Pilea (z.B. Pilea peperomioides, Ufopflanze): Wird in gängigen Übersichten als ungiftig beschrieben, ist also grundsätzlich eine der besser geeigneten Zierpflanzen, sollte aber ebenso unbehandelt (ohne Dünger/Pflanzenschutzmittel) und außer direkter Knabberreichweite gehalten werden.
Zwar ungiftig, aber nicht empfehlenswert:
Zwergpalme (spitze Dornen)
Chinesische Hanfpalme (scharfkantige Blätter)
Häufige Zimmerpflanzen mit Giftpotenzial
Viele beliebte Zimmerpflanzen sind für Vögel stark giftig bis tödlich. Zu den gefährlichen Arten gehören Alpenveilchen (Cyclamen), die als stark giftig gelten und für frei fliegende Wellensittiche eine ernste Bedrohung darstellen. Amaryllis (Ritterstern/Hippeastrum) ist ebenfalls stark giftig. Die Dieffenbachie, ein beliebtes Aronstabgewächs, gilt als stark giftig. Auch Birkenfeigen (Ficus-Arten) sind für Vögel gefährlich. Weitere toxische Zimmerpflanzen sind Begonien (Schiefblatt), Hyazinthen und Prachtlilien.
Validierung: Die häufigsten giftigen Zimmerpflanzen (Alpenveilchen, Amaryllis, Dieffenbachie, Ficus, Begonien) mit Toxizitätsgrad sind vollständig dargestellt.
Auch die folgenden, sehr häufig in Wohnzimmern anzutreffenden Zimmerpflanzen sind für Sittiche und Papageien nicht geeignet und sollten im Vogelzimmer möglichst gar nicht oder nur absolut außer Reichweite stehen:
- Monstera (Fensterblatt)
- Philodendron (Baumfreund)
- Anthurie (Flamingoblume)
- Alokasie (Pfeilblatt)
- Sansevieria (Bogenhanf, Schwiegermutterzunge)
- Aglaonema (Kolbenfaden)
- Spathiphyllum (Einblatt)
Diese Arten gehören überwiegend zu Gruppen, die für Haustiere generell als giftig oder reizend eingestuft werden und sind wegen des typischen „Alles-anprobier-Verhaltens“ von Sittichen im Freiflug besonders kritisch.
Praktische Hinweise für die Pflanzenhaltung
Da Sittiche und Papageien dazu neigen, alles anzuknabbern und auszuprobieren, was grün ist, sollten selbst ungiftige Pflanzen außer Reichweite positioniert oder durch Abdeckungen geschützt werden. Stachelige Kakteen sind zwar ungiftig, die Verletzungsgefahr ist jedoch sehr hoch, weshalb man besser darauf verzichten sollte. Pflanzen sollten zudem an einem stabilen Standort stehen, an dem sie nicht umkippen können.