Winterwissen für Wellihalter

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    So kommen deine Vögel gesund durch die dunkle Jahreszeit

    Wenn es draußen stürmt und schneit, machen wir es uns drinnen gemütlich. Doch was für uns behaglich ist – die voll aufgedrehte Heizung und geschlossene Fenster –, kann für unsere Wellensittiche zur Belastungsprobe werden. Die kleinen Australier sind zwar robust, aber ihr Atmungssystem ist hochsensibel.

    Damit deine Vögel nicht mit spröden Schleimhäuten und daraus resultierenden Infektionen zu kämpfen haben, gibt es ein paar einfache Grundregeln für das Winter-Management im Vogelzimmer.

    Trockene Luft: Der unsichtbare Feind

    Sobald die Heizperiode beginnt, sinkt die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen oft unter 40 %. Für Wellensittiche, deren Vorfahren aus Regionen mit teils hoher Luftfeuchtigkeit stammen, ist das purer Stress für die Atemwege.

    • Das Problem: Die Schleimhäute trocknen aus, was die Vögel anfälliger für Infektionen macht.
    • Die Lösung: Einfache Luftbefeuchtung hilft sofort. Stelle Wasserschalen auf die Heizung oder hänge feuchte Tücher im Raum auf.
    • Zielwert: Eine Luftfeuchtigkeit von 50 % bis 60 % ist ideal. Ein einfaches Hygrometer hilft dir, das im Blick zu behalten.

    Der Standort: Abstand zur Heizung halten

    Auch wenn es Wellensittiche gerne warm haben: Der Platz direkt über oder neben dem Heizkörper ist für den Käfig tabu.

    • Hitzestau: Die aufsteigende warme Luft direkt über der Heizung ist viel zu trocken und oft zu heiß.
    • Staubbelastung: Heizungsluft wirbelt vermehrt Staub auf, der die feinen Lungen der Vögel reizen kann.
    • Abstand: Sorge dafür, dass der Käfig in einer ruhigen Ecke mit ausreichend Abstand zu direkten Wärmequellen steht.

    Wohlfühltemperaturen: Konstanz vor Perfektion

    Oft wird gefragt, wie warm es genau sein muss. Wellensittiche und Nymphensittiche fühlen sich bei 18 °C bis 22 °C am wohlsten. Aber:

    Zitat
    Wichtig: Ein Wellensittich braucht kein „tropisches“ Klima. Viel gefährlicher als ein paar Grad zu wenig sind extreme Schwankungen.

    Wenn es tagsüber 25 °C sind und nachts die Heizung komplett ausfällt, belastet das den Organismus extrem. Achte auf eine gleichmäßige Zimmertemperatur und vermeide es, die Vögel abrupten Temperaturwechseln auszusetzen.

    Richtig Lüften ohne Risiko

    Frische Luft ist lebensnotwendig, aber "Zug" ist der größte Feind der Vogelgesundheit.

    • Stoßlüften statt Kippen: Fenster für 5-10 Minuten weit öffnen, statt sie stundenlang auf Kipp zu lassen.
    • Sicherheit geht vor: Während des Lüftens müssen die Vögel im Käfig sein, damit sie nicht entfliegen oder durch den plötzlichen Kälteschock am Fenster orientierungslos werden.
    • Zugluft-Check: Achte darauf, dass der Käfig nicht direkt in der Luftlinie zwischen Fenster und Tür steht.

    Zusätzliche Tipps

    1. Die "Sonne" aus der Steckdose (Vogel-Lampen)

    Im Winter sind die Tage kurz und das Licht oft grau. Wellensittiche benötigen UV-Licht, um Vitamin D3 zu produzieren. Da normales Fensterglas UV-Strahlen filtert, ist eine spezielle Vogellampe (Bird Lamp) im Winter eine tolle Investition für die Vitalität und das Gefieder.

    2. Vitamin-Kick durch Frischfutter

    Da wir im Winter weniger frische Gräser von draußen sammeln können, ist die Vitaminzufuhr über Gemüse (z. B. geraspelte Karotten, Feldsalat oder Gurke) besonders wichtig, um das Immunsystem zu stärken.

    3. Vorsicht bei Düften und Kerzen

    In der Adventszeit sind Duftkerzen, Räuchermännchen und ätherische Öle beliebt. Für Sittiche sind sie jedoch Gift.

    • Reizung: Künstliche Aromen und ätherische Öle reizen die empfindlichen Lungen und können zu schweren Atemnot-Attacken führen.
    • Feinstaub: Auch herkömmliche Kerzen rußen. In kleinen Räumen steigt die Feinstaubbelastung schnell auf ein für Vögel kritisches Niveau.
    • Tipp: Verzichte im Vogelzimmer komplett auf Raumdüfte.

    4. Die unterschätzte Gefahr: Raclette & Fondue

    Ein gemütlicher Raclette-Abend kann für Wellensittiche innerhalb weniger Minuten tödlich enden. Das Problem sind die Antihaftbeschichtungen (PTFE) der Pfännchen und Geräte.

    • Giftige Dämpfe: Werden diese Beschichtungen stark erhitzt, setzen sie geruchlose und unsichtbare Gase frei. Für Menschen harmlos, führen sie bei Vögeln zu blitzartigen Lungenblutungen und zum Tod.
    • Sicherheit: Wenn du Raclette oder Fondue nutzt, müssen die Vögel zwingend in einem anderen, gut belüfteten Raum untergebracht sein. Auch bei beschichteten Bratpfannen in der Küche ist Vorsicht geboten!



    Meine Frage an Euch:

    Wie macht ihr euer Vogelzimmer winterfest? Habt ihr vielleicht ein bewährtes Hausmittel gegen zu trockene Luft? Schreib es mir gerne in die Kommentare!


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