Tagebuch - Mic

  • Hallo Zusammen,


    ich habe meine Wellis jetzt seit genau 2 Wochen und möchte euch berichten, wie sich das bei uns abspielt. Dazu müsst ihr wissen, dass das meine ersten Wellensittiche sind und ich dementsprechend noch wenig Erfahrung habe.


    Ich möchte dass es meine Wellis so gut wie möglich bei mir haben, deswegen möchte ich euch bitten mir eine Nachricht zu schreiben, wenn ihr anhand meiner Berichte und Fotos feststellt, dass irgendetwas nicht so gut für die Vögel ist.


    Vorwort:

    Ich wohne jetzt seit Februar in meiner neuen Wohnung und ohne Haustier war es hier doch sehr einsam. Deswegen habe ich mir überlegt ein Haustier anzuschaffen, nur welches. Als erstes viel mir eine Katze ein, da ich schon bei meinen Eltern 2 Katzen hatte. Da meine Wohnung aber direkt an einer Hauptstrasse liegt wäre nur eine Wohnungskatze in Frage gekommen und das finde ich nicht artgerecht. Danach habe ich an Ratten gedacht, aber die leben nur 2 Jahre lang und können ziehmlich viel Kaputt machen, Löcher in Schränke nagen, Tapeten und Teppiche zerstören usw.
    Schließlich bin ich auf den Vogel gekommen, als ich ganz klein war hatten wir schon mal Wellensittiche, aber damals haben sich noch meine Eltern um die Kleinen gekümmert. Ich habe mich also erstmal schlau gelesen, was die Tiere so alles brauchen und wollte dann alles im Urlaub organisieren.


    Montag, 17.06.2013: Organisiation
    Endlich war Urlaubsanfang, ich bin also losgefahren um den Käfig usw. zu organisieren. Ich bin also nach Delmenhorst gefahren, ich wusste dass es da auch ein Tierheim gibt und wollte schon mal schauen ob sie Wellis haben, und bin dort in die Zoohandlung gefahren. Dort kam auch gleich eine nette Verkäuferin auf mich zu und hat mich sehr gut beraten. Ich hatte ja schon gelesen, worauf ich achten musste und somit schon ein wenig Vorahnung. Die Verkäuferin hat mir gleich den breitesten Käfig den sie hatten empfohlen und meinte noch, dass das die mindestgröße für 2 Wellis sei (80cm Breite). Desweiteren hat sie mir von Futter mit viel Honig abgeraten und das ich darauf achten muss, dass im Vogelsand auch Gritt mit drin ist. Sie hat mich auch darauf hingewiesen, dass ich die Plastikstangen am besten mit Ästen aus dem Wald austauschen sollte. Ich war also schon mal begeistert, dass ich so eine gute Beratung bekommen habeS chließlich hört man immer wieder von schlechten Beratungen in Zoohandlungen.
    Anschließend bin ich zum Tierheim gefahren, hier wurde ich jedoch enttäuscht. Sie hatten nur Katzen und Hunde und wussten nicht mal, wo ich in der Nähe an Wellis ran kommen könnte, außer einer Zoohandlung. Zuhause habe ich dann noch einmal nach gegooglet und eine Zooauffangstation in Höhlingen gefunden. Ich also gleich angerufen und nachgefragt. Die hatten Wellis, aber leider konnte ich die erst am Samstag besichtigen. Ich war ein wenig enttäuscht, aber ich wollte erst den Vögeln aus der Auffangstation eine Chance geben, bevor ich zum Züchter oder Zoohandlung gehe. Also habe ich gewartet.

  • Samstag der 22.06.2013: Erster Kontakt
    Endlich war es soweit und ich konnte die Wellensittiche in der Vogelstation anschauen. Die Woche über habe ich den Käfig so gut ich konnte und wusste vorbereitet, ich habe Äste aus dem Wald geholt, auf den Bodenschalen Vogelsand ausgestreut und die Näpfe habe ich schon mal mit Futter und Wasser gefüllt.
    Die Auswahl in der Vogelstation war groß und es gab sie in den verschiedensten Farben. Alle haben ein schweres Schiksal gehabt, wurde mir gesagt. Ein paar kamen aus einer 60m2 Wohnung, wo über 100 Vögel gelebt haben sollten. Der Halter hat sie immer nur gefüttert und sie machen lassen, schon traurig sowas.
    Letztendlich habe ich mich für einen Hellblauen und einen Grünen entschieden. Sie sollten Tristan (blau) und Lorenzo (grüne) heißen.
    Leider konnte ich sie erst am nächsten Tag abholen, weil sie Nachts gefangen werden sollten um ihnen weniger Stress auszusetzen.

  • Sonntag der 23.06.2013: Der erste Tag


    Gegen 11 Uhr konnte ich meine beiden neuen Mitbewohner endlich abholen. Die Vögel wurden wie geplant in der Nacht gefangen und wurden übergangsweise in einen Käfig gesteckt. Jetzt mussten die Armen nochmal gefangen werden, Tristan hat sich ziehmlich gewehrt und hat den Mann in den Finger gebissen. Die Transportbox habe ich mit einem Tuch abgedeckt und die 10 Minütige Fahrt nach Hause haben sie gut überstanden.
    Jetzt musste ich sie nur noch in den Käfig bekommen, ohne dass sie Flüchteten. Ich habe die Transportbox direkt vor dem Käfig gehalten, aber die Vögel wollten nicht raus. Ich habe sie schräger gehalten und noch ein wenig gewartet, bis sie dann doch in den Käfig sprangen.
    Den Rest des Tages habe ich sie in Ruhe gelassen und ab und zu beobachtet. Gegen 14 Uhr hat Lorenzo einen Erkundungsversuch gestartet, der erste Satz ging auf die Schaukel, die daraufhin wild hin und her schwang. Lorenzo konnte sich kaum festhalten und stürzte schließlich ab, danach sprang er zurück zu Tristan und das wars dann auch erstmal wieder.
    Erst gegen Abend wurden sie dann aktiv und haben den Käfig erkundet. Die Kolbenhirse haben sie sofort angenommen. Abends habe ich ihnen dann noch ein schwaches Nachtlicht angelassen.


  • Montag der 24.06.2013: Große Angst



    Die Zwei wurden schon munterer, Lorenzo erzählt viel, aber Tristan sagt garnichts und hat immer ein Auge auf mich. Lorenzo liebt es anscheinend von einem Ast zum anderen zu fliegen (springen). Tristan hingegen klettert lieber am Käfiggitter entlang und scheint dabei enge Lücken zu lieben, er zwängt sich überall durch, vielleicht sucht er schon Fluchtmöglichkeiten, falls ihn wieder die Böse Hand greifen will ;) .
    Als ich Morgens das Futter und Wasser nachfüllen wollte sind sie sehr panisch von einer Ecke des Käfigs zur anderen geflogen, obwohl ich mich so langsam wie möglich bewegt habe. Später habe ich mich noch ein paar mal Versucht zu nähern, sobald die Beiden zurückgingen, oder wild hin und her sprangen bin ich wieder langsam zurück gegangen. Näher als ein Meter kam ich nicht an den Käfig heran :( .
    Das wird wohl noch viel Gedult erfordern.

  • Dienstag der 25.06.2013: Misstrauische Blicke


    So langsam gewöhnen sich die Beiden an mich, ich kann mich schon bis an den Käfig nähern solange ich die Hände hinter dem Rücken halte. Beim morgentlichen Füttern war natürlich wieder Panik angesagt. Trotzdem habe ich ihnen Möhre und Gurke in einem Futternapf in den Käfig gestellt.
    Heute flog auch Tristan von Ast zu Ast, aber er redet immer noch nicht. Lorenzo hingegen ist ein Plappermaul und er meckert eindauernd mit mir:motz:. Aber was soll ich erwarten, schließlich habe ich die Beiden aus einer großen Voliere, wo sie viele Freunde hatten, herausgerissen und in einen klein 80x50x70 cm kleinen Käfig gesteckt. Wer würde da nicht Meckern.
    Ich werde den Beiden wohl eine Voliere bauen müssen, der Käfig ist schon ein wenig klein, wenn ich sehe wie sie immer von Ast zu Ast springen, vielleicht sollte ich sie ihnen auch schon früher den Freiflug schenken. Geplant war ja erst nach 7 Tagen.
    Also habe ich mich im Forum informiert und da viele von euch der Meinung waren, dass man die auch schon früher frei fliegen lassen kann, habe ich schon mal zwei Anflugstationen gebaut, damit sie morgen fliegen können :D .
    Die Fotos die ich bisher gemacht habe sind leider nichts geworden. Im Zimmer ist es einfach zu dunkel und wenn ich mich mit der Kamera nähere wurden die Zwei panisch, da sie die Hand gesehen hatten. Ich brauche einen besseren Fotoapparat!

  • Mittwoch der 26.06.2013: Endlich Freiflug


    Als ich die Wellis an diesem morgen fütterte, stellte ich fest, dass das Gemüse nicht angerührt wurde. Vielleicht nicht ihr Geschmack, dachte ich und probierte es diesmal mit einer Himbeere und Tomate. Nachdem ich sichergestellt hatte, dass das Zimmer Wellisicher ist, habe ich die Käfigklappe aufgemacht (11 Uhr). Es hat nicht mal eine Minute gedauert und Beide waren draußen. Sie flogen drei Runden und landesten zielstrebig auf dem Kabel der Hängelampe :thumbdown: .
    Wozu habe ich eigentlich die Anflugstationen unter die Decke gehängt ?( .
    Gut das ich die Hängelampe verstellen kann, ich habe also die Gegengewichte nach ganz unten gezogen, so das die Leuchte direkt unter der Decke hängt und die Kabel recht steil sind. Inzwischen saßen Tristan und Lorenzo auf der einen Anflugstation, wie es geplant war.



    Links Lorenzo, rechts Tristan


    Ich habe die Zeit genutzt um endlich den Käfig sauber zu machen, man glaubt ja nicht wieviel dreck so zwei kleine Wellensittiche machen können. Staubsaugen kann ich auch schon täglich, weil die Beiden Spaß daran haben den Vogelsand durch die Gegend zu schmeißen. Um den Käfig ist jedem Tag eine kleine Sanddüne ;) .


    Der Käfig war nun sauber und die Wellis flogen ihre Kreise durchs Wohnzimmer. Es wurde Nachmittag und ich fragte mich, ob die Beiden nicht so langsam Hunger bekommen, aber sie wollten nicht zurück in den engen Käfig. Erst gegen 19 Uhr flog Lorenzo in den Käfig und sofort folgte ihm Tristan. Sie hatten Beide großen Hunger und ich konnte die Tür schließen ohne dass sie rausflogen, panisch waren sie trotzdem.

  • Freitag der 28.06.2013: Immer zusammen bleiben



    Den Freiflug bekommen sie jetzt täglich, es klappt inzwischen auch ganz gut. Etwa alle zwei Stunden gehen sie in den Käfig um etwas zu fressen. Tristan redet inzwischen auch, wenn auch nicht viel. Er ist auch sehr zurückhaltend und orientiert sich immer an Lorenzo. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass er noch recht jung ist. Tristan soll ungefair ein Jahr alt sein, das Alter von Lorenzo ist mir leider unbekannt. Vielleicht hat Tristan auch schon schlimmeres erlebt, wer weiß schon was die Vögel durchmachen mussten.
    Lorenzo tobt gerne herum, er fliegt recht viel im gegensatz zu Tristan. Tristan fliegt zwar auch gerne ein zwei Runden, aber er ist sehr unsicher. Ich beobachte ihn immer, wie er sich Flugbereit macht, die Flügel ein wenig spreizt, sich dabei vorbeugt und dann doch einen Rückzieher macht :D.
    Wenn Tristan fliegt, dann nur Lorenzo hinterher, sie bleiben also immer zusammen.


    Gemüse scheinen sie aber garnicht zu mögen. Ich habe schon alles mögliche versucht, Gurken, Möhren, Paprika, Tomaten und Himbeeren. Sie essen lieber das Körnerfutter und die Kolbenhirse. Aber mit der Kolbenhirse ist jetzt erstmal Schluss, die kriegen sie jetzt nur noch als Belohnung. Vielleicht essen sie dann ja endlich ein wenig Gemüse.


    Und noch ein Foto für euch:

    Dieses mal auf dem Käfig

  • Sonntag der 30.06.2013: Tristan der Schlaue


    Tristan hat mich durchschaut. Gestern Abend habe ich es nicht geschafft sie wieder in den Käfig zu kriegen. Immer wenn Lorenzo im Käfig war und gefressen hat, saß Tristan oben auf den Käfig. Er wusste genau, dass ich sie wieder einsperren wollte. Also blieben sie die Nacht von Samstag auf Sonntag draußen. Ich wollte sie ja auch nicht scheuen.
    Sie setzen sich inzwischen auch gerne auf meinen Schrank, der ist noch ein wenig höher als die Anflugstationen und das scheinen sie zu mögen.
    An diesem Morgen konnte ich wenigstens in aller Ruhe das Futter auffüllen ohne das es Panik gab. Die Beiden waren ja draußen.
    Erst gegen Mittag habe ich sie wieder in den Käfig einsperren können. Eigentlich habe ich ja auch nichts dagegen, dass sie draußen bleiben, aber ich habe Angst dass sie sich irgendwie verletzen können. Ich habe das Wohnzimmer zwar so gut ich weiß Welli sicher gemacht, aber es gibt bestimmt ein paar Gefahrenstellen, an die ich nicht gedacht habe.
    Obst und Gemüse wird weiterhin nicht angerührt, ich habe es jetzt auch mit Apfel und Salat probiert.



  • Mittwoch der 03.07.2013: Ein kleiner Durchbruch


    Ich muss jetzt immer versuchen die Beiden ab 18 Uhr in den Käfig einzusperren, dann habe ich noch eine Chance das auch beide gleichzeitig drin sind. Das hat die letzten Tage ganz gut geklappt.
    Da sie immernoch große Angst vor der Hand haben, habe ich mir einen Stock gesucht, etwa 1m lang und an einem Ende die Kolbenhirse gebunden. Sie saßen gerade auf dem Ast der Anflugstation, ich habe mich Vorsichtig genähert und ihnen den Stock entgegen gehalten. Erst sind beide zurück gewichen, bis zur Spitze des Astes. Aber da es die letzten Tage keine Kolbenhirse gab, traute sich Lorenzo dann doch. Er machte ein paar Schritte, guckte vorsichtig mit schräg gehaltenem Kopf, machte ein paar weitere Schritte, guckte wieder, nahm ein Bissen, ging wieder zwei Schritte zurück, guckte, ging wieder vorwärts und dann blieb er sitzen und fraß, dabei ließ er mich natürlich nicht aus den Augen. Tristan schaute sich das ganze nicht lange an, wenn Lorenzo von der Hirse essen kann, dann kann er das auch. Somit fraßen sie Beide für ein zwei Minuten von der Hirse, dann hat sie irgendwas erschreckt und sie flogen weg. Ich war ganz happy, das sie mir schon so sehr vertrauten :thumbup: .
    Ich habe ihnen auch Gräser, Löwenzahn und Klee angeboten, aber sie wollen immernoch nur Körnerfutter.



    Tristan hält Wache, während Lorenzo frisst :D

  • Freitag der 05.07.2013: Käfigausstattung



    Heute konnte ich den Stock schon in der Mitte anfassen und sie saßen sogar drauf und haben sich durch das Zimmer tragen lassen, natürlich nur sehr langsam.
    Ich bastel immer ein wenig an der Käfigausstattung, vor allem die Sitzstangen, das hat mir anfangs nicht so gefallen. Zuerst habe ich die Äste auf passender Länge gesägt und die Seiten so eingekerbt, dass ich sie rechts und links zwischen die Gitter klemmen konnte. Aber die haben sich mit der Zeit immer gelockert, so dass ich sie immer wieder neu befestigen musste. Danach habe ich sie mit Schrauben und Unterlegscheiben an einer Seite des Käfigs befästigt, dabei hat sich aber eine Querstrebe gelöst. Jetzt habe ich die Äste mit Bastbändern am Käfigdach befestigt, das finden meine Wellis auch toll, weil sie schaukeln können ;) .
    Ein weiteres Problem für mich war das Einstreu. Anfangs hatte ich die Bodenschalen mit Vogelsand ausgestreut, aber die Vögel haben darin so getobt, dass ich täglich staubsaugen konnte. Danach habe ich Zeitungspapier genommen, aber die Druckerschwärze soll ja nicht so gut sein. Lorenzo und Tristan haben aber nie dran geknabbert. Dann habe ich im Forum gelesen, dass einige diese Buchenholzhackschnitzel verwenden und das benutze ich jetzt auch. Funktioniert wunderbar :) . Den Vogelsand biete ich ihnen in einer schweren Keramikfutterschale an. Die ist groß genug, dass sie auch ein Sandbad nehmen können, aber da sie in der Mitte des Käfigs steht, schmeißen sie den Sand nicht mehr raus.
    Ansonsten habe ich noch eine Sephiaschale und einen Mineralstein rein gehängt, aber ich habe noch nie gesehen, dass sie die mal benutzt haben ?( . Ich hoffe mal das sie die benutzen wenn sie es brauchen.



    Der Käfig von oben



    Die Schrankwächter



    Lorenzo stürzt ab

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  • Sonntag der 07.07.2013: Event Frühstück


    Heute kam meine Familie zum Frühstück vorbei. Da die Wellis im Käfig recht schnell Angst bekommen, sie haben ja keine Fluchtmöglichkeit, habe ich sie fliegen lassen. Ich habe ja gedacht, dass die Kleinen vertrauen zu mir gefasst haben, aber sie vertrauen nur der Kolbenhirse. Meine Schwester hat ihnen den Stock hingehalten und sie saßen sofort drauf und haben gefressen, diese miesen Verräter X( . Ich habe dafür über 2 Wochen gebraucht.
    Das Frühstück verlief dann ganz ruhig, die Vögel saßen auf der Anflugstation vor dem Fenster und wir auf der anderen Seite des Raumes am Esstisch. Lorenzo erzählte immer mal wieder etwas, traute sich aber wohl nicht zu fliegen.
    Am Nachmittag konnte ich ihnen nicht mehr Böse deswegen sein. Ich habe ihnen die Kolbenhirse mit der Hand entgegen gehalten und sie haben wieder davon gefressen. Aber auch nicht lange, dass war dann wohl doch noch zuviel :D .


    Hier noch ein Foto wie meine Schwester die Vögel auf dem Stock herum trägt. Den Kopf musste ich entfernen.

  • Donnertag der 11.07.2013: Sie sitzen auf der Hand


    Das Vertrauen wächst langsam, die beiden fressen schon ohne große Angst von meiner Hand. Lorenzo muss immer den ersten Schritt machen, da Tristan sich immer noch nicht alleine traut. Wenn sie dann aber beide fressen, kann Lorenzo auch weg fliegen und Tristan bleibt sitzen. Auch Gestern musste Lorenzo den ersten Schritt machen, als ich die Kolbenhirse allerdings außer Reichweite hielt, ist Tristan als erster auf meine Hand gehüpft und Lorenzo folgte ihm kurze Zeit später. Sie haben ein bis zwei Minuten auf meiner Hand gesessen und gefressen. Am Abend hatte ich dann natürlich Probleme sie wieder in den Käfig zu bekommen. Das geht nur, wenn sie hungrig sind.
    Ich habe den Beiden jetzt eine Vogellampe besorgt. Das Zimmer zeigt leider nach Norden und sie bekommen kein Sonnenlicht ab. Sie scheinen ganz gerne darunter zu sitzen. Bei der Gelegenheit haben sie auch eine Seilspirale bekommen, die haben sie auch gleich akzeptiert.



    Synchron putzen



    Die neue Seilspirale

  • Sonntag der 14.07.2013: Es wird wieder gebastelt


    Nachdem ich angeschrieben wurde, das Bast gefährlich werden kann (danke für den Tipp), habe ich mich mal wieder ein wenig schlau gelesen. Es soll wohl vorgekommen sein, dass sich die Vögel an den dünnen Bastfäden verhedern und sie sich sogar dabei erwürgt haben.
    Deshalb habe ich wieder angefangen zu basteln. Die Bastfäden habe ich mit Kokosnussgarn ausgetauscht, dass ich schon für die Anflugstationen verwendet habe. Da ich schonmal dabei war, habe ich auch gleich eine neue Anflugstation gebaut und eine Vogelstange direkt am Fenster.
    Die Beiden sind zwar schon mutig genug um auf meine Hand zu kommen, aber bisher waren sie immer nur auf Kopfhöhe unterwegs. Sie sind noch nicht einmal auf den Tisch gekommen, obwohl ich da offen Kolbenhirse liegen habe. Heute habe ich sie aber wieder geärgert, ich habe einfach den Futternapf ans Fenster gestellt und so mussten sie früher oder später herunter kommen. Ich saß auf der anderen Seite des Raumes, etwa 6m entfernt und habe alles beobachtet. Anfangs sind sie immer wieder zum Käfig und waren enttäuscht dass es da nur Gurke gab (essen sie immer noch nicht), aber dann hat Lorenzo wieder den ersten Schritt gemacht und kurze Zeit später kam Tristan dazu.
    Gegen Mittag habe ich den Napf wieder in den Käfig gestellt, sonst bekomme ich die heute Abend nicht rein.



    Auf meiner Hand


    Jetzt bitte nicht schreien, das Fenster ist auf. Da ist ein weißes Pollengitter vor, das ich nochmal mit Klebeband verstärkt habe und es wird vor dem Freiflug immer kontrolliert, dass es sich nirgends gelöst hat. Bei den ersten Freiflügen hatte ich noch die Jalousien unten, aber inzwischen kennen sie die Fenster und wissen das sie da nicht durch können. Die Fenster sind ja auch dreckig genug :D .



    Die neue Anflugstation

  • Donnerstag der 25.07.2013: Hitzewelle und Vogelsitter



    Es hat sich eigentlich nicht viel geändert. Das Zähmen macht momentan keine merklichen Vortschritte. Sie fressen zwar von meiner Hand, aber auch nur wenn sie hunger haben. Ich kann mich ihnen auch bis auf 20cm nähern, aber dann ist entgültig schluss und sie fliegen davon. Ich denke mal dass es noch eine Zeit dauern wird, bis die nächsten sichbaren Erfolge kommen. Wenn sie im Käfig sind, ist das aber ganz anders, da haben sie viel mehr Angst. Vermutlich weil sie keine richtige Rückzugsmöglichkeit haben. Wenn ich die Klappe für den Freiflug aufmachen will, dann fliegt Lorenzo schon fast panisch von einer Ecke zur anderen. Deswegen trainiere ich hauptsächlich draußen mit Ihnen.


    Anfang dieser Woche musste ich leider geschäftlich nach Polen fahren, somit mussten die beiden Wellis zwei Tage lang mit dem Vogelsitter klar kommen. Meine Schwester war so nett, den Beiden ihren täglichen Freiflug zu gönnen und sich um ihre Verpflegung zu kümmern :D . Bei den Freiflug war wohl nicht viel los, sie flogen raus auf ihren Lieblingsplatz und saßen da, bis sie hunger bekamen und wieder in den Käfig eingesperrt wurden. Es war denen einfach zu warm bei 28°C.
    Als ich dann am Mittwoch wieder kam hatten wir sogar 30°C in der Wohnung, schon unangenehm warm. Aber ich denke die Wellis kommen mit den Temperaturen schon klar, in Australien ist es ja auch warm. Meine Schwester hat sich auch gut um sie gekümmert, sie hatten frisches Wasser und genug zu fressen, sogar ein wenig Gurke und Karotten und die Gurke wurde sogar angerührt. Als ich dann Abends gelüftet habe und es sich abkühlte, wurden die Wellis auch wieder munter.



    Tristan ist warm, hat die Flügel leicht gespreizt und gehechelt. Lorenzo hatte weniger Probleme mit der Hitze.


    In den Käfig gehen sie immernoch ungerne. Wenn ich sie rein haben will, dann muss ich 1-2 Stunden vorher die Klappe zu machen, damit sie Beide hunger bekommen. Das klingt fies und ich würde den Beiden das auch gerne ersparen, aber wenn ich das nicht mache, dann fressen sie abwechselnd. Falls jemand einen Tipp hat, wie ich sie Beide gleichzeitig in den Käfig locken kann, dann schreibt mir doch bitte.



    Tristan will wieder nicht rein

  • Sonntag der 04.08.2013: Backe, backe Kuchen


    Ich habe letzte Woche mal ein wenig gebacken und dabei das "Rezept 2: Knabberringe oder Stangen" von der Sittich.de Seite ausprobiert. Das war eine ganz schöne Kleherei, der Teig war so klebrig, dass es schwierig war die Knabberringe zu formen, es blieb alles an den Fingern hängen. Ansonsten hat das ganze gut geklappt, die Wellis haben die Knabberringe sofort angenommen, die ich in den Käfig gehängt habe. Von den Knabberringen könnten sich meine zwei Wellis ein paar Monate ernähren, habe mich genau an das Rezept gehalten. Ich bin mir jetzt nur nicht sicher, ob sich die Ringe so lange halten.
    Die letzten Tage habe ich die Wellis nicht mehr mit Kolbenhirse auf meine Hand gelockt, sondern mit einem Futternapf. Das hat auch ganz gut geklappt, da sie immer Angst haben, dass ich sie einsperre, wenn sie im Käfig fressen, dann doch lieber von der bösen Hand fressen :D . Und es hat einen weiteren Vorteil, die Wellis haben immer so viel gekrümmelt beim Hirseknabbern, jetzt fallen die meisten Krümmel direkt in den Napf und ich muss nicht mehr täglich saugen.
    Wie gesagt gehen sie immernoch ungern in den Käfig, aber letztens sind sie einmal freiwillig rein gegangen :huh: , ich habe nicht schlecht gestaunt, da ich sogar zur Tür gehen konnte um sie zu schließen und nicht wie sonst über das Band aus sicherer Entfernung.



    Ganz schön viele Knabberringe für 2 Wellis



    Lorenzo schmeckt es



    Tristan beim fliegen (Zufallstreffer :D )



    Wieder auf der Hand

  • Montag der 09.09.2013: Reine Routine



    Tristan und Lorenzo haben sich inzwischen richtig eingelebt. Ich lasse die Beiden jetzt den ganzen Tag fliegen, nur Abends müssen sie wieder in den Käfig, irgendwann muss ich ja lüften. Morgens sitzen sie meist schon vor der Tür und rufen schon nach mir, wenn ich sie nicht sofort raus lasse. Wenn ich mich dann den Käfig nähere werden sie manchmal noch panisch. Aber insgesamt sind die Beiden viel zahmer geworden.
    Lorenzo kommt schon fast sofort auf die Hand, wenn ich futter habe. Tristan braucht da noch mehr Zeit um seine Angst zu überwinden, manchmal fliegt er dann auch einfach zum Käfig und frisst dort :D . Der Hunger muss nur groß genug sein.
    Abends gehen sie immer noch nicht freiwillig in den Käfig, vor allem Tristan sitzt lieber oben auf dem Käfig als drinnen. Er geht auch nur rein, wenn der Hunger groß genug ist. Lorenzo hingegen ist ein Vielfraß, er geht öfters in den Käfig, ist dabei aber sehr aufmerksam und beim kleinsten Zweifel auch blitzschnell wieder draußen :D .
    Letzten Samstag habe ich mir endlich einen neuen Schrank gekauft, leider hat der 5 Wochen Lieferzeit, aber dann kann ich den alten Schrank in eine Voliere umbauen.
    Außerdem habe ich mir das Buch "Die Vogelschule Clickertraining" bestellt. Ab morgen kann dann das Training beginnen, bin mal gespannt wie gut das funktioniert.

  • Sonntag de27.10.2013: Neue Voliere



    Der letzte Eintrag ist schon lange her und es ist einiges passiert.
    Das Klickertraining war ein reinfall. Lorenzo und Tristan habe zwar keine Angst vor dem Klick-Geräusch, aber wenn ich mich mit der Kolbenhirse nähere, gehen sie erstmal ein paar Schritte zurück. Demnach ist die Zeit zwischen Klicker-Geräusch und Belohnung viel zu groß. Schade eigentlich. Ich also noch ein wenig am Vertrauen arbeiten, bevor ich wieder mit dem Klickertrainig anfange.


    Anfang des Monats habe ich es endlich geschafft den Beiden eine Voliere zu bauen. Ich hatte ja den alten Kleiderschrank, der eine ganz miese Aufteilung hatte, so dass ich den loswerden wollte. Also habe ich einfach mit einer Stichsäge ein paar große Löcher rein geschnitten, mit Vogelgitter versehen und ein paar Äste rein gehängt. Und schon wurde aus dem Ikeaschrank eine schöne Vogelvoliere. Die Schubladen sind geblieben, somit habe ich einen guten Stauraum für alle Vogelsachen direkt unter der Voliere.
    Lorenzo und Tristan haben die Voliere auch gerne angenommen und sitzen jetzt fast so gerne drinnen, wie draußen. Aber nur fast ;) .
    Größenvergleich Käfig vs Voliere (BxHxT):
    Käfig: 80x60x40cm
    Voliere: 180x120x50cm


    Inzwischen lieben es die Beiden Gurke zu essen und Weintrauben werden auch gerne angenommen, wenn sie habiert wurden. Vogelgras wird auch angerührt und Löwenzahn lieben sie auch. Möhren fressen sie nur, wenn sie auf Körnergröße kleingeschnitten wurden. Unser Gemüseproblem ist also gelöst.
    Ansonsten ist alles beim alten, das Zähmen macht keine großen Vortschritte. Sie fressen gerne von der Hand, aber wehe die Hand nähert sich ohne Futter.


    Hier noch ein paar Bilder:
    Gesundes Essen:


    Leckere Kolbenhirse:


    Die neue Behausung: