Brauchen Nymphis intensive Beschäftigung durch Halter*in?

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  • Hallo ihr Lieben,

    Ich plane meinen Wellischwarm durch ein Nymphipaar zu erweitern und lese dazu momentan ein paar Ratgeber. In einem steht, dass ich mich als Halter*in intensiv mit den Nymphis beschäftigen soll. Da kam in mir die Frage auf, ob Nymphis sich nicht so gut selbst beschäftigen können wie Wellis. Bei denen ist es ja kein Problem, wenn ich sie hauptsächlich beobachte und weniger direkt mit ihnen interagiere. Wie ist das bei Nymphis? Brauchen die ihren Menschen als Spielgefährten oder klappt das auch super mit Artgenossen, Wellis und dem üblichen Vogelspielzeug wie Schaukeln, Klettergerüste und meinem neuen Kletterast, den ich vor einer Woche an der Ecke installiert habe? Oder kommt der Rat, sich intensiv mit Ihnen zu befassen, eher daher, dass sie so zahm werden?

    Lg

  • Ich würde sagen: Intensivere Beschäftigung als Wellis brauchen sie nicht. Aber sie brauchen andere Sachen, die man nicht unterschätzen sollte: auf jeden Fall ein großes Zimmer, weil sie viel mehr Raum zum Freiflug benötigen als Wellis, eine Voli oder Unterkunft ohne verzinktes Gitter (sie neigen viel schneller zu Metallvergiftungen als Wellis, weil sie mit ihren Schnäbeln viel mehr durchbeißen und annagen können - das betrifft übrigens auch Kabel - die sind bei mir doppelt und dreifach gesichert, weil sie durch einen Kabelschutz locker durchkommen). Sie brauchen Rückzugsmöglichkeiten von den Wellis - Wellis haben mit ihrer quirligen Art eine ganz andere Lebensart als Nymphis. Nymphis drehen früh auf und abends. Dazwischen haben sie von Mittags bis abends eher eine ausgedehnte Ruhephase, in der sie nur ungern gestört werden (auch nicht durch Wellis).

    Ich denke, die intensive Beschäftigung besteht darin, ein besonderes Augenmerk auf sie zu haben. Sie stellen gerne sehr schnell etwas an.

    Außerdem sind sie viel wählerischer in der Partnerwahl als Wellis (man kann nicht unbedingt jeden Nymphen mit einem anderen Nymphen vergesellschaften - sie haben da ihre eigenen Vorstellungen von dem, was sie mögen und was nicht).

    Kurz: Sie können sich durchaus mit sich beschäftigen und sind vom Beschäftigungsgrad gesehen ähnlich wie Wellis, aber ganz andere Wesen als Wellis.

  • Aus meiner heutigen Sicht nach jahrelanger Erfahrung würde ich komplett von der Vergesellschaftung beider Arten abraten. Nymphen sind durch Wellis oftmals sehr gestresst. Da bräuchte man schon einen recht großen Raum und viele Möglichkeiten zum Ausweichen, genauer: mehrere verschiedene Landeplätze über das Zimmer verteilt. Außerdem sollten die Nymphen in der Überzahl sein.


    Nymphen sollten zudem reichhaltiger gefüttert werden als Wellis. In Vergesellschaftung gestaltet sich das äußerst schwierig.


    Ich selbst habe daher die Nymphenhaltung aufgegeben und lieber den Wellischwarm erweitert. Das bringt auch den Wellis richtig was und erspart den Nymphen richtig viel Stress. Wellis in Paarhaltung sind freilich immer besser als ein Einzelner, das ist klar. Aber erst ab einer Gruppe von mindestens 4, besser 6 oder gar mehr Vögeln beginnt überhaupt erst das richtige Schwarmleben. Sie werden dadurch viel aktiver und es ist immer was los.

  • Nymphis sind viel sensibler als Wellis. Es ist schwieriger , für sie einen passenden Partner zu finden, dann gilt aber die Partnerschaft meist fürs ganze leben. Sie tendieren viel schneller zu Fehlverhalten wie Rupfen, schreien,...wenn sie sich nicht wirklich wohlfühlen oder nicht das richtige Umfeld haben.. nicht Menschengeprägte Nymphis sind froh, wenn man ihnen ihre Ruhe lässt. Handzahme Nymphis brauchen Kontakt zum Halter. Sie haben bei den Felos meist nur eine Bezugsperson.

    Mein gemischter Schwarm hat seine eigene regeln aufgestellt. eine ecke ist der Ruhebereich für die wellis, auf den dicken Lianen hat abends kein welli was zu suchen, so auch andere Bereiche. nymphis klettern lieber als fliegen. Sie weichen lieber aus als sich auf Konfrontationen einzulassen, deshalb ist ein gutes Astwerk von Vorteil. wellis drängen sich vor, fressen meist zuerst, muss man auf Futtermenge achten.

    Sind schon einige Sachen zu beachten, wenn man beide arten zusammen halten will.

  • Ich kann nur meinen Vorrednern zustimmen.


    Nymphies sind um einiges zurückhaltender als Wellis. Sie weichen eher einer möglichen Konfrontation aus. Dies hab ich bei unseren Nymphies beobachtet, als wir noch unsere Wellis Pinky und Puki hatten. Jedesmal, wenn einer der zwei in eine kleinere Gruppe unserer Nymphies platzte, sprangen die Nymphies teilweise nach allen Seiten weg.


    Das Vergesellschaften klappt in der Regel schon, da beide Australier sind und in der freien Wildbahn begegnen sie sich ja auch, aber wie schon erwähnt braucht man dafür dann auch eine Menge Platz, um beide Arten entsprechende Ausweichmöglichkeiten bieten zu können.

    Da wie schon beschrieben Nymphies zurückhaltender sind, sollte man diese dann auch in der Überzahl haben gegenüber den Wellis, da die Wellis die Nymphies ansonsten eher unterbuttern können.


    Was das Futter angeht, ja Nymphies haben eine etwas reichhaltigere Nahrung, aber im Prinzip braucht man nicht all zu viel umzustellen. Ich hab schon mal Pinky gesehen, wie er einen Sonnenblumenkern im Schnabel hatte, aber aufbekommen hat der den nicht. Hat sich dann doch lieber mit den kleineren Körnern begnügt. Also sie picken sich schon das raus, was sie fressen können.


    Sumasumarum im großen und ganzen kann es gut funktionieren, aber man sollte sich gut überlegen, ob man auch den benötigten Platz für beide Arten dann hat. Ansonsten würde es eher in Stress für beide Arten ausarten, vor allem für die Nymphies, wenn sie keine Rückzugsmöglichkeit haben.

  • Das Futter haben wir eh so gemischt, dass die Nymphies nur ab und zu mal ein Sonnenblumenkern in den Schnabel bekommen. So zu sagen als kleine Belohnung, wenn sie einen gefunden haben. Ansonsten wäre es wirklich zu viel.

  • Ich habe bisher noch nie einen übergewichtigen nymph gehabt.Eher anders rum, deshalb sehe ich keinen Grund Diätfutter mit wenig Sonnenblumenkörnern anzubieten. Bei gemischtem Schwarm ist ein mischen von beide Futterarten wichtig, damit auch die Nymphen kleine saaten abbekommen, da nehme ich Wellifutter mit Gräsern, also nicht so gehaltvolles.

    Ich finde es weniger das problem, beiden das Umfeld zu gestalten. Schlimmer ist die Verpaarungssache. Bei verlust ist die Trauer oft stärker als bei wellis. Der Partner sollte dringend den toten Vogel sehen und registrieren, dass dieser nicht mehr lebt, sonst kann es passieren, dass er nicht abschließen kann und so sich nicht für eien neuen öffnet. Fehlverhalten , wie schreien und Rupfen können da eine Folge sein. Nicht jeder neue Vogel wird einfach akzeptiert, sie sind sehr wählerisch, was das angeht.. Ältere Hennen zu finden ist echt schwierig. da muss man auch weite Wege in kauf nehmen. Suche schon seit Wochen und bin nicht die Einzige.

  • Ich kenne leider genug Beispiele, wo das anders ist und unterscheidet sich auch nach eigenen Erfahrungen nicht von den Wellis. Außerdem neigen Nymphen auch stark zu Brutigkeit und das kann sehr gut übers Futter geregelt werden. Bei beiden Arten am besten, wenn man sie nicht zusammen hält. Gibt man Nymphenfutter, ist es für die Wellis zu gehaltvoll und sie werden stark brutig, gibt man hauptsächlich geeignetes Wellifutter, kommen die Nymphen zu kurz... Ich habe es zwar ohne Eiereien hinbekommen, aber das war ein ständiger Krampf und sicher gesundheitlich nicht das beste für die Tiere. Das konnte ich irgendwann nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren, dass eine Art immer die Leidtragende sein soll.

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