Robby altert

  • Mein Fazit ist bis jetzt: Es gibt unterschiedliches Altern beim Wellensittich. Die einen altern kontinuierlich und rapide und sterben dann Tag für Tag mehr. Je nachdem, welche Organe als erstes "auf" sind, kommen Kranheiten hinzu. Bei meiner Micky war es die Bauchspeicheldrüse, sie hatte großen Appetit, aber verdaute nichts mehr, und schied mit ihrem Kot unverdaute Körner aus. Bei ihrem Tod war sie bis auf die Knochen abgemagert.


    Hier findet man sich mit dem nahenden Tod ab, weil er sich sich klar und deutlich abzeichnet und kann sich in aller Ruhe verabschieden.


    Die anderen altern schubweise. Man merkt irgendwann, sie sind jetzt alt und ein wenig schwächer und lustloser. Aber der Zustand zieht sich lange hin und bleibt lange Zeit unverändert, bis sie dann einen weiteren Schub bekommen und so geht das, bis sie dann irgendwann vermutlich an Altersschwäche sterben.
    Zur Zeit sieht es so aus, als ob Robby in diese Kategorie fällt.


    Hier schöpft man zwischendurch immer wieder Hoffnung, dass es normal ist und der Welli noch eine ganze zeitlang so leben kann. Man gibt sich der Hoffnung hin, vielleicht wird er ja 13, 14 oder gar 15 Jahre. Der Vogel überrascht einen immer wieder damit, dass er doch noch was kann, was man ihm nicht zugetraut hat oder er doch noch etwas Temperament hat. Aber das ist oft nur ein kurzes Aufbäumen, auch alternde Vögel haben mal einen guten Tag.

  • Gestern und heute ist er noch toll geflogen, für seine Verhältnisse. Vorhin plusterte er leicht. Hoffentlich nur, weil er müde ist. Auch Robby bekommt seit ein paar Tagen den Vitalpilz verabreicht.

  • Och menno, Robby würde im Januar 13 Jahre alt werden. Es sieht so aus, als ob er es doch nicht mehr bis zu seinem Geburtstag schafft. Ihm geht es nicht gut, aber ich habe keinen Anhaltspunkt, was er haben könnte, er schaukelt auf der Stange hin- und her, will partout nichts fressen und trinken und interessiert sich für gar nichts. Er kam mir gestern schon so müde vor.

  • Er ist einfach altersschwach. Ich habe eine Vermutung: dass ihm die Knochen und Gelenke schmerzen. Irgendwie ist er auf seinen Füßen steif geworden in letzter Zeit. Etwas fliegen kann er noch. Da kann man nicht viel machen, außer Wärme und etwas Ruhe vor Lenny. Ich habe ihn vorhin in einen extra Käfig gesetzt, damit sich sein Beinchen etwas erholen kann. So wird er nicht mehr von Lenny gejagt und kann in Ruhe fressen oder was er sonst gerade möchte. Vielleicht kann er morgen wieder zu Lenny, vielleicht wechsle ich ein wenig hin und her, so dass er immer einen Tag Ruhe dazwischen hat und sich sein lädiertes Beinchen erholen kann. So ein steifes Beinchen ist auch verletzbarer, wenn er verjagt wird und er irgendwo hängenbleibt. Vielleicht hat er auch Rheuma.


    Irgendwie tut er mir leid, er hat es immer schon mit seinen Füßchen und Beinchen gehabt, selbst als er jünger war, da hat er sich seine Zehe gebrochen, und einmal ist er so schlimm hängengeblieben, dass er richtig gelahmt hat, zu allem Überfluss wurde er dann auch noch von seiner Miss Elli blutig gebissen, dass es nur so spritzte und ich Angst hatte, dass er die Nacht nicht überlebt.


    Aber er putzt sich gerade wieder. Lenny kann ein Lümmel sein. Ich musste ihn damals schon mal ausquartieren, weil er Heiko nicht fressen ließ.

  • @Siggi, hol ihn doch Bella Donna das kannst du ihm über das Trinkwasser geben. Ist entzündungshemmend. Unser Bollo hat ja auch Probleme mit seinen Beinchen und das hilft ihm gut. Er bekommt auch Traumeel. Je 5 Tropen pro Tag. Das könnte Robby noch helfen. Es schadet ihm nicht. Alles Gute für ihn. Ich wünsche mir das er es bis zu seinen Geburtstag schafft. (Welli sollte ja auch die 8 schaffen. Leider hat das nicht geklappt. ;( )

  • @Siggi, hol ihn doch Bella Donna das kannst du ihm über das Trinkwasser geben. Ist entzündungshemmend. Unser Bollo hat ja auch Probleme mit seinen Beinchen und das hilft ihm gut. Er bekommt auch Traumeel. Je 5 Tropen pro Tag. Das könnte Robby noch helfen. Es schadet ihm nicht. Alles Gute für ihn. Ich wünsche mir das er es bis zu seinen Geburtstag schafft. (Welli sollte ja auch die 8 schaffen. Leider hat das nicht geklappt. ;( )


    Oh ja, werde ich mir besorgen. In welcher Potenz denn? Traumeel habe ich noch zuhause und das hat er schon im Trinkwasser, hat er allerdings noch nichts von getrunken. Aber seine Füßchen habe ich mit Traumeel-Salbe ganz dünn eingerieben, vielleicht hilft das auch ein wenig.

  • Oh ja, werde ich mir besorgen. In welcher Potenz denn? Traumeel habe ich noch zuhause und das hat er schon im Trinkwasser, hat er allerdings noch nichts von getrunken. Aber seine Füßchen habe ich mit Traumeel-Salbe ganz dünn eingerieben, vielleicht hilft das auch ein wenig.


    Das ist das hier. Ich sollte für Bollo 0,5ml nehmen. Die Flasche hat 5 ml. Hoffe du kannst es eingermaßen lesen.


  • Robby ist gesättigt mit Tagen und wird sich bald zu seinen Vorvätern legen. Ich merke es an seinem Benehmen, es ist nicht einfach nur eine Krankheit, die man beim Doc behandeln lassen kann. Wenn ich seinen Kot betrachte, der sieht zwar normal, aber etwas klein aus. Ich tippe auf Bauchspeicheldrüseninsuffizienz. Was soll ich jetzt einen alten Wellensittich, deren Organe so langsam nach und nach versagen, was in dem Alter ja üblich ist, noch zum Doc schleppen.


    Robby war noch nie beim Tierarzt, hat noch nie einen gesehen. Ich habe immer gewusst, entweder schläft er einfach ein oder er hat einen letzten Unfall, weil ihm beim Fliegen die Kraft verlässt und er sich schwer verletzt und erlöst werden muss. Er schaukelt immer noch auf der Stange, er hat zwar gerade gefressen, aber er ist unsagbar müde.


    Vielleicht hat er leichte Schmerzen wegen seiner Füßchen, aber das wird es nicht sein. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht ist jetzt einfach seine Zeit gekommen und wer wird das besser wissen als Robby.


    Er kommt mir vor wie ein Indianer, der sich zum Sterben zurückzieht. Vielleicht irre ich mich, aber das Bild, das sich mir aufdrängt ist so. Er sitzt nicht mehr gerade, sondern gebeugt, sein Schwänzchen wippt mit jedem Atemzug ruhig, langsam, aber stetig. Er hat müde Augen. Seine Mauser war wohl zu viel für ihm. Auch das wusste ich, dass er immer schlechter durchkommt und es irgendwann die letzte sein wird, die er fast nicht bewältigt.


    Er hat alles bekommen, Vitamine, den Heilpilz. Nun ja..... Ich kann jetzt nur warten.

  • Ich habe ihn heute kurz rausgelassen, allerdings alleine, damit er nicht gejagt wird, weil das packt Robby nicht mehr. Er schafft keine ganze Zimmerrunde mehr. Er hat hauptsächlich auf dem Käfigdach gepennt.


    Danach wollte ich ihn wieder in seinen separaten Käfig rein tun. Aber er wollte nicht rein und schaute zu Lennys Käfig rüber. Also sind Lenny und Robby wieder zusammen. Zum Glück frisst er wieder.

  • Morgens hat Robby Anlaufschwierigkeiten, er kommt nicht in die Pötte. Tagsüber schläft er oft.


    So hat es damals bei Micky auch ausgesehen. Ich denke, 13 ist ein gutes Alter. Da ich hier im Forum auch schon mal von 15jährigen Wellis gehört habe, fast jeder dritte berichtet darüber, dass er mal einen 15jährigen hatte, habe ich mir insgeheim gewünscht, dass Robby und ich es auch schaffen, die 15 anzukratzen. Aber ich kann von Glück reden, wenn Robby seinen Geburtstag schafft. Und ich bin dankbar dafür, dass er doch noch so alt geworden ist: 12 Jahre und 10 Monate, also sagen wir mal einfach so gut wie 13. Außerdem ist er ja noch da. Es kann sich auch noch Wochen hinziehen. Aber er hat stark abgebaut, er hat sozusagen einen "Schuss" gekriegt, wie das bei Menschen nun mal auch so ist, dass sie fast über Nacht altern. Vor einigen Tagen hätte ich noch gesagt, er ist noch gut drauf. Aber er erinnert mich immer mehr an Micky und ihre letzten Monate, Wochen und Tage.


    Wie schon geschrieben, Micky hat das letzte halbe Jahr ziemlich abgebaut, es fing damit an, dass sie einfach nur öfter müde und ruhig war, dann schlief sie tagsüber ab und zu, dann wurde sie immer müder, bis sie zum fast den halben Tag pennte und Kot mit Körner vermischt ausschied, sie war am Ende sehr leicht, hatte aber ständig Hunger. Ich konnte sie zum Glück mit Brei füttern, sie war von allen der einzige Vogel, der Brei fraß und somit wohl ein paar Wochen vielleicht auch Monate noch herausholen.


    Robbys Lieblingsbeschäftigung ist auch fressen, bis auf diesen einen Tag, an dem er vielleicht Schmerzen hatte. Das kann ja mal vorkommen, wenn er mit seinem Beinchen umgeknickt, hängengeblieben oder sonstwie sich verletzt hat oder er Rheumaschmerzen hat. Man darf auch nicht vergessen, dass er gerade erst in der Mauser war und ordentlich Federn verloren hat. Ja, er bekommt Vitamine, Mineralstoffe und Heilpilz, da ist alles drin, also ich unterstütze ihn schon bei der Mauser.

  • Heute ist er drei Runden geflogen, nicht direkt hintereinander, sondern in Abständen. Wollte wahrscheinlich dem Neuen also Simon zeigen, wie toll er ist. Und er war nicht einmal aus der Puste. Anschließend hat er mit Olli geflirtet bzw. Olli mit ihm. :)



    einen Tag sieht es so aus, Robby schließt die Augen, blinzelt und will seine Ruhe




    den anderen Tag wieder so und Robby ist voll da

    Bilder

    • novemberfotos14_01.jpg
    • novemberfotos14_02.jpg
  • Wieder hat es Robby geschafft, er hat schon wieder einen jüngeren Welli überlebt.


    (Prinz ist diese Woche am Dienstag, den 3. Februar in den frühen Morgenstunden zwischen 3.00 Uhr und 7.00 Uhr verstorben.)


    Ich freue mich, dass er noch lebt, aber rätsel echt, wie der kleine Kerl das macht. Er ist dick, hat eindeutig ein Lipom am Bauch, fliegt meistens nur eine Runde, dann sitzt er da und fliegt eventuell noch eine Runde, dann geht er freiwillig in den Käfig oder schaut mich an, damit ich ihn in den Käfig setze.


    Vielleicht hat er nicht mehr vom Leben, er fühlt sich unsicher mit den anderen Vögeln beim Freiflug und bleibt nur länger draußen auf dem Käfigkdach sitzen, wenn die anderen nicht da sind. Ansonsten fühlt er sich im Käfig am wohlsten. Lenny kommt gar nicht mehr raus. Für Lenny würde ich gerne einen Draußen-Spielplatz anschaffen. Vielleicht kann mir jemand da mal helfen, denn noch habe ich keine Ideen. Sowas wie einen Kasten mit hohen Seitenwänden, damit er nicht rauskann, so eine Art Laufstall, darin eine Wühlkiste zum Schreddern und eventuell Spielzeug runterhängend, wie Glöckchen und sonstige Baumelsachen.

  • Ich glaube, mir bleibt nicht mehr viel Zeit mit Schatzi Robby.


    Er ist jetzt 13 Jahre und 2 Monate alt und hängt nur noch rum. Seit Lennys Tod hat er noch weiter abgebaut. Als wenn er keine Lust mehr hat, da nützt es auch nichts, wenn ich ihn ab und zu mit Olli zusammenbringe.


    Hmmh, für mich auch nicht leicht. Zuerst Heiko letztes Jahr, dann Prinz, direkt hinterher Lenny und jetzt macht mir Robby Sorgen. Auch hat sich sein Kot etwas verändert, etwas grünlich manchmal etwas gräulich. Entweder Leber oder Galle, dabei bekommt er schon ständig was für seine Leber.


    Robby ist müde, ich bin auch müde.

  • Ich habe immer so überlegt, woran wird Robby wohl sterben, das Alter hat er ja. Wird es sein Herz sein, welches nicht mehr schlagen will? Seine Leber, die nicht mehr arbeitet? Nein, es werden die Nieren sein. Er hatte ja dieses Lipom am Bauch, ich habe sein Futter nur leicht reduziert, damit sein fetter Bauch etwas schmaler wird. Das Ding ist weg, war wohl nur Fett. Wahrscheinlich hat seine Niere das Abnehmen nicht verkraftet und die Harnsäure nicht mehr abgebaut. Dabei habe ich bewusst darauf geachtet, dass er nicht zu radikal abnimmt, aber sein Körper hat das fast von alleine gemacht, als ich sein Futter leicht reduziert habe. Und dann war das Korvimin auch wohl nicht der Burner, das war alle zuviel für seine wohl schon länger nicht mehr vernünftig arbeitende Niere.


    Die gelben Knöpfchen am Fuß sind schon richtig prall, haben sich direkt rund um sein Fußgelenk platziert, so dass er es nicht mehr beugen kann. Er tut mir so leid, dabei ist er kopfmäßig noch richtig gut dabei und geistig noch richtig fit. Sein Kopf will nicht gehen, aber ich muss ihn gehen lassen.

  • Nur noch wenige Stunden, dann lasse ich meinen Schatzi gehen. 13 Jahre lang war er an meiner Seite, er war einfach da, er war einer der Vögel, die immer so mitlaufen. Man hat immer einen Liebling, das sind die, die sich dem Menschen etwas mehr zuwenden und etwas mehr von sich preisgeben. Das hat Robby nie gemacht, ob er es nicht gewollt hat, oder nicht gebraucht hat, habe ich nie erfahren. Er war einfach so. Ein stolzer Hahn, ein Unberührbarer. Er war jahrelang sowas wie der Boss der Vögel, ein ungekrönter König. Sie versammelten sich immer um Robby. Als Roby älter wurde, war ihm das zuviel, er fühlte sich von der jungen Bande bedrängt und flog los, manchmal noch mal und dann noch mal, es war schon fast panikartig. Jedesmal, wenn er landete, kam wieder einer auf ihn zugerannt.


    Er war zu der Zeit sehr dick, hatte einen sehr dicken Bauch, deshalb hat er die Runde oft nicht geschafft und ist hart auf dem Boden gelandet oder gegen das Käfiggitter geknallt, weil er die Höhe dann nicht mehr hatte.


    Komischerweise hatte er in den letzten Monaten nach Lennys Tod abgenommen. Ich hatte Sorgen, weil sein Bauch so extrem dick war und habe das Futter leicht reduziert, aber wirklich nur leicht. Damit das Abspecken und Entschlacken nicht zu sehr auf seine Organe geht, habe ich ihm ab und zu Brennnesseltee angeboten und meistens Sillymarin über sein Futter gestreut. Sein angebliches Lipom wurde immer kleiner und verschwand dann völlig. Danach konnte er supergut fliegen und konnte mit den anderen mithalten. Das war aber nur von kurzer Dauer. Obwohl sein Futter nur wenig reduziert wurde und ich dann wieder ihm die normale Ration gab, nahm er weiter ab. Die Giftstoffe, die einst in seinen Fettbauch saßen, sind freigesetzt worden und es wurde eine schwere Gicht ausgelöst.


    Die Schmerzen wären auch wohl wieder weggegangen, wenn es denn nur dieser eine Gichtschub gewesen wäre. Aber was er auch immer um das Fußgelenk herum hatte, es sah auch nicht nur nach Gicht aus, dafür war die Schwellung zu stark, zu rot und giftig und es bildete sich Tag für Tag mehr von dieser gelben Flüssigkeit um das Gelenk herum.


    Ob das alles durch das Abnehmen ausgelöst wurde, oder nur ein Stein eher ins Rollen gebracht wurde, werde ich ebenfalls nie erfahren. Tatsache ist, dass er zwar noch vom Kopf gut dabei war, sein Herz auch stark war, aber wohl die inneren Organe langsam müde wurden. Er ist nun mal 13 Jahre und 4 Monate alt und wenn in Kraft wird ein Vogel eventuell 15. Die Berichte von 16jährigen oder noch älteren Wellensittichen lasse ich mal als kleines Wunder durchlaufen, aber nicht als Normalität.


    Auch wenn ich jetzt traurig bin, ich bin dankbar, dass er es so lange geschafft hat und bei mir war. Er wird mir fehlen. Er war irgendwie immer da. Sogar in dem Haus, wo ich nach der Trennung von meinem Mann erst mal alleine lebte, dort wurden er und Freddie Freunde. Als ich dann aus dem Haus raus musste, weil er das Haus verkaufen wollte, suchte ich mir meine erste eigene Wohnung. Und dort zog er mit Freddie ein, ein halbes Jahr später folgte Konny, für den er Freddie plötzlich links liegen ließ. Freddie wurde dann sozusagen zu meinem Liebling und hing sehr an mir. Dann folgte Gina, ein zugeflogenes Pfirsichköpfchen. Die hatte irgendwann auch ein Auge auf Robby geworfen und sie bot sich Robby an und Robby bestieg sie dann auch.


    Etwas später zog dann Miss Elli ein, ihr machte er dann ebenfalls schöne Augen und sie erlag seinem Charme dann auch schnell, so dass Miss Elli seine Frau wurde, die er mehrmals täglich bestieg.


    Das war seine erste Clique, wo er der King war. Jeder mochte ihn, er war irgednwie immer Mittelpunkt. Aber ich wäre nicht ich gewesen, wenn ich mich nicht immer um das schwächste Glied kümmerte, wie schon erwähnt, es war Freddie, der immer mehr zu meinem Liebling wurde. Robby hatte immer sein Leben, die ganzen Vögel waren seine Freunde, mal turtelte er mit Gina rum, dann wieder mit seinem Freund Olli, dann mit Miss Elli. Irgendwie war Robby ein Schwerenöter. Freddie war so etwas wie Freund und gleichzeitig Konkurrent.


    Ja, so war er. Eine Respektperson, charmant, nie oder so gut wie nie aggressiv, stolz und selbstständig und ein Blitzmerker.


    In den letzten Jahren wurde er immer ruhiger und einige Male dachte ich, er lebt nicht mehr lange, aber er hat es immer wieder geschafft und hat so einige Wellis überlebt. Ich bewundere meinen Robby und liebe ihn. Ich mag ihn so wie er ist. Er ist ein treuer Freund und er hatte fast bis zuletzt ein schönes Leben. Und damit es nicht durch Schmerzen zerstört wird, werde ich ihn heute gehen lassen.


    Der einst stolze Hahn ist jetzt nur noch ein Schatten seiner Selbst und das hat er bestimmt nicht gewollt. 14 Tage leidet er jetzt schon, die habe ich ihm gelassen, weil ein Gichtanfall eigentlich nur 7-14 Tage dauert, aber sein Gelenk ist so sehr zerstört und irgendwie bilden sich dort immer mehr Schwellungen um das Gelenk herum mit gelber Flüssigkeit gefüllt Dinger, dass er nur noch über der Stange liegt. Die 14 Tage habe ich ihm gegeben, weil so ein Gichtschub mal vorbei ist, aber jetzt sehe ich, dass es keine Heilung mehr gibt.


    Hinzu kommt ja noch eine schwere Arthrose in seinen Beingelenken. Diese Arthrose zieht sich wie ein roter Faden durch diese Tagebuch-Eintragungen, er hat sie seit über einem Jahr. Ob das was er jetzt an den Gelenken noch zusätzlich hat, Gicht ist oder etwas anderes wie ein Gelenkbruch und die Knochenflüssigkeit ausgetreten ist und sich entzündet hat, spielt keine Rolle. Seine Beinchen wollen beide nicht mehr und amputieren lasse ich da nichts, das würde Robby nicht wollen und auch nicht schaffen mit nur einem Bein, die Arthrose im übriggebliebenen Bein würde unerträglich werden.


    Er kann sich immer nur für wenige Minuten einigermaßen gerade halten und liegt jetzt auch tagsüber mehr über der Stange. Es ist besser so, in dem Alter möchte ich auch keine Experimente mehr mit ihm machen und ich weiß, dass Robby das auch nicht möchte. Er will zwar nicht um jeden Preis gehen, aber auch er will, dass die Qual aufhört. Ich merke auch an seinem Kot, dass die Nieren angegriffen sind,

  • Das Tagebuch eines alternden Wellensittich namens Robby ist somit beendet. Ich habe es niedergeschrieben, um festzuhalten, wie langsam oder wie schnell ein Alterungsprozess bei einem Welli gehen kann. Vor 3 Wochen ist er noch mit den Jungs durch die Gegend geflogen, hat gezwitschert, gerne gefressen, mit Olli geschäkert. Aber irgendwie wollte er immer nach 5 Minuten seine Ruhe haben. Es geht auf eine Art langsam, man merkt, dass ein alter Vogel ruhiger wird, aber das Ende, also die Krankheit, die zum Tode oder zum schrecklichen Leid führt, kann von Heute auf Morgen kommen. Ich hätte vor 3 Wochen auch nicht gedacht, dass er einen Gichtschub bekommt und ich ihn einschläfern lassen muss. Ganz im Gegenteil, es sah danach aus, dass er zumindest noch diesen Sommer erlebt.

  • Nachtrag: Er bekam noch einen Aufschub, habe es noch mit Restructa versucht, aber es war zu spät. Die Gichterkrankung war nicht zu stoppen, es ging ihm immer schlechter. Ab und zu hatte er wenige Minuten dazwischen, da hat er sich geputzt, gefressen und auf sein Sitzbrettchen herumgezupft. Aber er war müde. Der Fuß sah immer entzündeter aus. Er hatte wahrscheinlich sogar starke Schmerzen, das Schmerzmittel Metacam, wovon er einmal tgl. einen Tropfen bekam, wirkte auch wohl nur stundenweise.


    Wenn ich die Eintragungen so lese, wird mir klar, dass die ganzen Probleme mit seinen Füßchen wohl auch ein Zeichen waren, es war entweder wirklich "nur" eine Arthrose oder aber schon damals Gichtschübe, die immer öfter kamen. Er hatte dann auch wohl Schmerzen, wenn er so lustlos herumhing. Mir ist es aber nie in den Sinn gekommen, dass er Gicht haben könnte, erst jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen.


    Und diese "Aufs", die er auch ab und zu hatte, wenn es ihm besser ging, dann war wohl seine Gichtattacke zu Ende oder es war ein kurzes Aufflackern. Man hört das ja öfter, dass Personen kurz vor ihrem Tod noch einmal aufleben. Das konnte man bei Robby auch kurz vor seinem Tod feststellen.


    Also konnte man zuletzt wenig für ihn tun. Ich habe ihn am Mittwoch, den 10. Juni 2015 gegen 9.30 Uhr einschläfern lassen. Ihn hat an dem Morgen noch nicht einmal der Transportkäfig gestört, er saß im Wartezimmer ganz brav darin, ohne nervös zu wirken wie beim letzten Mal. Er war schon fast apathisch, dabei war er sonst immer äußerst wachsam. An dem Morgen aber zum ersten Mal in seinem Leben war es irgendwie anders. Wir mussten etwas im Wartezimmer warten, weil noch ein Hundepatient vor uns daran war. Die ganze Zeit war Robby gefasst und ruhig, ich sprach mit ihm, verabschiedete mich ganz lieb von ihm, was ihn auch zusätzlich noch beruhigt hatte. Die Sprechstundenhilfe, die ihn festhielt, hatte auch keine Probleme mit ihm, er wehrte sich noch nicht einmal. Die Spritze mit dem Narkosemittel wirkte leider nicht sofort, er hechelte noch einige Male mit dem Schnabel, dann machte er seine Augen zu, öffnete sie wieder und sie fielen ihm wieder zu. Dann schlief er ein und dämmerte dem Tod entgegen, bis sein Herz aufhörte zu schlagen und die Spechstundenhife Robby zum Abhören freigab. Die Tä konnte dann auch keinen Herzschlag mehr hören. Ich nahm ihn dann mit, es tat so weh, als er es dann geschafft hatte.


    Wenn ich ihn nicht zum Tierarzt zum Einschläfern gebracht hätte, wäre er vermutlich sogar in der gleichen Nacht gestorben, wer weiß, wie schrecklich das noch geworden wäre, mit Krämpfen oder mit Schlechtfühlen... Nein, nein, nein, das hätte ich nicht ertragen. Mein Robby hat jetzt keine Schmerzen mehr. Ich liebe ihn und werde immer gerne an diesen lieben Kerl denken.

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