🧠 Denkstoff # 6: Zufrieden – aber nicht satt?

Wenn Konsum nie genug ist.

Ich kenne das: Man hat sich lange eine bestimmte Pflanze gewünscht. Selten, nicht ganz billig, aber wunderschön. Man spart, wartet, klickt, freut sich – und tatsächlich, sie kommt an, sie wächst, sie steht da.

Und trotzdem hüpft ein paar Wochen später die nächste Pflanze in den Warenkorb. Wieder selten, wieder besonders.

Es ist keine Gier. Ich freue mich wirklich über die erste – und doch meldet sich dieses leise Gefühl: Was kommt als Nächstes?


Manchmal frage ich mich, ob wir mit solchen Wünschen nicht auch etwas anderes füllen – vielleicht eine Leere, die gar nichts mit Besitz zu tun hat.

Denn Zufriedenheit ist etwas anderes als Freude. Freude ist laut, direkt, manchmal wie ein Feuerwerk. Zufriedenheit dagegen ist leise. Unauffällig. So still, dass man sie leicht überhört, wenn man nicht achtsam ist.


Ich glaube, ein Schlüssel zur Zufriedenheit liegt in der Dankbarkeit – und zwar in der stillen, unspektakulären Art.

  • Dankbar dafĂĽr, morgens gesund aufzuwachen.
  • Dankbar fĂĽr ein gutes Essen, den Sommerduft, das Zwitschern der Vögel.
  • FĂĽr Menschen, die noch da sind.
  • FĂĽr alles, was nicht selbstverständlich ist.

Auch das Geben macht etwas mit uns. Es entsteht eine andere, tiefere Art von Freude, wenn wir teilen – Zeit, Aufmerksamkeit, Zuwendung.


Wie es schon in der Bibel heiĂźt:

„Geben ist seliger als Nehmen.“ (Apostelgeschichte 20,35)


Und der Schauspieler Leonard Nimoy hat es so ausgedrĂĽckt:

„The miracle is this – the more we share, the more we have.“

(Das Wunder ist folgendes: Je mehr wir teilen, desto mehr haben wir.)


Vielleicht liegt Zufriedenheit also nicht im Besitz. Sondern im Sein. Im Dasein. Im FĂĽhlen.

Und manchmal ganz einfach darin, sich bewusst zu machen, dass wir gerade genug haben.

Zitat
Zufriedenheit ist kein Ziel, sondern ein Zustand. Und manchmal steht sie einfach da – wie eine Pflanze, die schon längst im Regal blüht.

👉 Was bedeutet Zufriedenheit für dich? Spürst du sie im Haben – oder eher im Sein?

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